Ideen aus Fröhnd mit Vorbildcharakter

Stefan Ammann

Von Stefan Ammann

Mi, 01. August 2018

Fröhnd

Rainer Stickelberger zu Besuch / Der SPD-Landtagsabgeordnete aus Lörrach sagt Unterstützung für die neue Ortsmitte zu.

FRÖHND. Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner hat dem Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger (SPD) bei einer Visite in Fröhnd am Montag die Pläne für die neue Ortsmitte vorgestellt. Steinebrunner warb für das Konzept, das neben einem neuen Bürgerhaus auch eine Marktscheune und ein Mehrgenerationenhaus umfassen soll.

Bürgerhaus: Durch die vielen Ortsteile hat Fröhnd keinen echten Ortskern. "Es braucht trotzdem einen Ort, wo Menschen zusammenkommen können", betont Tanja Steinebrunner. Das alte Fröhnder Gemeindehaus aus den 70ern sei jedoch marode. Das Dach sei kaum mehr sanierungsfähig, der Unterboden werde von Feuchtigkeit angegriffen und ein barrierefreier Zugang existiere nicht. Die neue Mehrzweckhalle in Schönau sei kein Ersatz für eine Fröhnder Halle, so Steinebrunner. "Wenn wir hier keine Halle haben, brechen uns die Vereine weg", sagte die Bürgermeisterin. Neben der Feuerwehr und der Verwaltung soll auch der Nachbarschaftshilfe-Verein im neuen Bürgerhaus angesiedelt werden. Die aktuelle Kostenschätzung für das Gebäude liegt bei 5,7 Millionen Euro. Darin seien der Abriss des alten Gebäudes und die Umfeldgestaltung erhalten, betonte die Bürgermeisterin. Die Gemeinde hofft auf Mittel aus dem Ausgleichstock des Regierungspräsidiums Freiburg zur Unterstützung leistungsschwacher Gemeinden und aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR).

Marktscheune: Neben dem geplanten Bürgerhaus soll nach den Plänen der Gemeinde eine Marktscheune entstehen. Sie soll genau wie das Bürgerhaus im Schwarzwaldstil errichtet werden und ist ebenso von einem Bregenzer Architektenbüro entworfen worden (die BZ berichtete). In der Scheune sollen ausschließlich regionale Produkte aus dem Biosphärengebiet und dem Naturpark Südschwarzwald angeboten werden.

"Unser Standort direkt an der Bundesstraße ist ideal dafür", warb Tanja Steinebrunner für das ambitionierte Projekt. Im oberen Stockwerk ist ein Ausstellungs- und Unterrichtsraum angedacht. Die Gemeinde sucht noch nach einem zahlungskräftigen Investor. Die Marktscheune ist Teil des Fröhnder Tourismuskonzeptes, das auf einen sanften Tourismus mit gehobenem Standard setzt.

Generationenhaus: Auf dem Gelände der Pension Wiese ist eine Wohnanlage als Mehrgenerationenprojekt geplant. Dieses Projekt soll über einen Investor und eine Stiftung realisiert werden. Ziel ist es, dass Menschen auch noch im Alter eine Wohnmöglichkeit im Dorf haben.

Kompliment vom Abgeordneten: "Was mich fasziniert ist Ihre Dorfentwicklungsstrategie", lobte Stickelberger. Diese habe für ihn "Vorbildcharakter" für Gemeinden im ländlichen Raum und einen echten Mehrwert – nicht nur für das Dorf – sondern für die ganze Region. "Ich würde gern an dem Thema dranbleiben, weil das für mich wirklich Modellcharakter hat", sagte Stickelberger zum Abschluss. Er bezeichnete die Pläne als "visionär" und "mutig" und sagte seine Unterstützung in Stuttgart zu.