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14. Juli 2011

Funktionierendes Netzwerk

Die Bands von Omaha Records kommen an zwei Tagen aufs ZMF.

  1. Deutscher Lo-Fi-Pop: Nicolas Sturm und das Klingenensemble Foto: pro

Was heißt hier Chef? "Der Chef ist der, der die Arbeit macht", grinst Martin Möller, der Schlagzeuger der Band Crime Killing Joker Man. Im Moment heißt der Chef Christoph Kohlhöfer alias _pappmaché. Ein seltsamer Name für den Chef eines Kleinbetriebes mit 40 Mitarbeitern. Na gut, Kleinbetrieb trifft es vielleicht nicht ganz, aber Omaha Records ist auch entgegen dem Namen keine Plattenfirma, sondern das, was man ein funktionierendes Netzwerk nennt: Die Bands haben Downloads und CDs anzubieten, covern und helfen sich gegenseitig, vermitteln Auftrittsmöglichkeiten in ihren Heimatstädten, und der Chef kümmert sich um die Plattform im Netz.

Mit den Bands You!Spy? und Crime Killing Joker Man sowie diversen Solo-Projekten ist Freiburg bei Omaha überdurchschnittlich gut vertreten. So ist es eine Art Heimspiel, wenn zum vierten Mal das Firmen-Festival an der Dreisam stattfindet. Während die vielen Bands vergangenes Jahr an unterschiedlichen Plätzen präsent waren, kommt dieses Jahr die ganze Truppe auf das ZMF. Das macht es kompliziert, da wie immer ohne Ausnahme alle antreten: heuer 15 Bands und Solisten.

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"Es ist quasi ein Familientreffen", sagt Martin Möller, Organisator der Zusammenkunft. "Da geht es nicht um Gage, wir müssen über den Eintritt das Spritgeld von 1500 Euro zusammenbringen." Möller zählt die Städte auf, aus denen die Bands kommen: Kiel, Hannover, Hamburg, Nürnberg, Münster, Fürth, Stuttgart, Berlin. "Der Osten und Frauen sind unterrepräsentiert."

Zwei Tage braucht so eine Werkschau, doch nur für einen Abend steht das Spiegelzelt zur Verfügung: Deshalb kam es zu der seltsamen Konstellation, dass manche Auftritte Eintritt kosten, manche nicht, dass ein paar Bands freitags und samstags auf der Actionbühne des ZMF spielen und dass ein kompletter Konzertabend im Spiegelzelt stattfindet, der allerdings zuvor auf der Actionbühne beginnt und dort auch endet.

Zu kompliziert? Macht nichts, auf jeden Fall morgen, 19 Uhr, draußen sein. Auf der Actionbühne beginnt das lauschige Duo Café 612 den Reigen, bevor es im Spiegelzelt weitergeht. Der offizielle Konzertabend hat genug zu bieten, um ein Eintrittsgeld zu rechtfertigen: Nicolas Sturm und das Klingenensemble sind ein Duo, zu Sturm-Gesang und -Gitarre kommen Keyboards und Schlagwerk. Die Kreuzung aus charmantem Lo-Fi-Pop und Liedgut ist in deutscher Sprache selten zu finden, was genauso für den schwebenden Indie-Pop-Folk von Staring Girl gilt.

Doch deutschsprachig muss nicht sein bei Omaha. Das zeigen der großartige, an den frühen Beck erinnernde Tjian (der übrigens eine Rhythmusgitarre für ein Stück sucht) oder die Freiburger Crime Killing Joker Man, die hier schon genug gelobt worden sind. Ähnlich gut Joachim Zimmermann alias daantje & the golden handwerk. Apropos Handwerk: Wenn es für die Omaha-Bands einen gemeinsamen Nenner gibt, dann ist es der, dass verstärkt Wert auf das Songwriting gelegt wird und nicht auf irgendwelche Angebereien.
– ZMF, Freitag, 19 und 23.15 Uhr im Fürstenbergzelt, 20 Uhr im Spiegelzelt, Samstag, 19.30 Uhr im Fürstenbergzelt.

Die Adresse der Internet-Plattform:      http://www.omaha-records.de

Autor: Joachim Schneider