Fußball, Dirndl und Schlager

Andreas Peikert

Von Andreas Peikert

Di, 06. Juni 2017

Stegen

FSV Rot-Weiß Stegen zieht positive Bilanz nach Pfingstsportfest.

STEGEN. Die Mischung aus Party-Bands und Fußball-Turnieren gehört zum Erfolgsrezept des traditionellen Stegener Pfingstsportfestes. Auch am vergangenen Wochenende haben die Aktivisten von FSV-Rotweiß wieder eine Mammutveranstaltung auf die Beine gestellt, die wohl einmalig in der Region ist. Eng mit dem Gelingen verknüpft war auch diesmal – wie in den Jahren zuvor – das Engagement von freiwilligen Helfern. Über 400 Ehrenamtliche haben mit angepackt.

Dass sich der Freitagabend-Auftakt mit der erstmals beim Pfingstsportfest gastierenden Schlager-Band "Van Baker" wegen einer Autopanne verzögerte, nahm das Publikum gelassen hin. Abwechselnd mit dem DJ-Team "Kuhstall-Rocker" heizten die aus dem hessischen kommenden Nostalgie-Rocker mit Schnulzen wie etwa von Andrea Berg und Jürgen Drews bis weit nach Mitternacht ein. Zum "Almrocker"-Konzert am Samstag wurde mit einem Freigetränk bedacht, wer sich bis 21 Uhr mit Dirndl oder Lederhose zeigte. Während bei Heranwachsenden das bayrische Outfit früher geradezu verpönt war, hat sich diese Einstellung mittlerweile geändert. "Heutzutage macht es Spaß, sich für einen entsprechenden Event mit Dirndl oder Krachledernen chic zu machen. Die Branche wächst", offenbarte Jasmin Klandt vom Trachtenmode-Laden in Kirchzarten gegenüber der Badischen Zeitung. Wochen vor dem kultigen Almrocker-Konzert habe die Nachfrage nach modischer Tracht deutlich angezogen.

Wie in den zurückliegenden Jahren war es auch diesmal die weit über die Region hinaus populäre Party-Band "Wilde Engel", die dem Veranstalter am Sonntagabend ein rappelvolles Festzelt bescherte. Mit einem sogenannten "Mutti-Zettel" in der Tasche feierten die beiden 16-Jährigen Rosalie Zähringer aus Oberried und Rebecca Rombach aus Stegen im Festzelt. "Wir sind in Begleitung einer volljährigen Person und dürfen deshalb auch nach 24 Uhr dabei sein", sagte Rebecca Rombach zur Bedeutung vom "Mutti-Zettel". Ohne diese Genehmigung wäre für Minderjährige das Fest spätestens zu mitternächtlicher Stunde vorbei gewesen.

Zum Bestandteil des Festwochenendes gehörte auch diesmal der Fußball. Von Freitagabend bis Pfingstmontag wetteiferten 80 Teams auf dem Kleinfeld um Tore und Punkte. Das "Günter-Fehr-Gedächtnis-Turnier" der Alten Herren am Freitagabend konnten die Vorjahressieger vom VfR Merzhausen mit einem 1:0-Sieg gegen SF Oberried für sich entscheiden. Im Finale der Betriebs- und Freizeitmannschaften hatte der "FC Hausboot Konstanz" die Nase vorn. Den Wettbewerb der örtlichen Vereine entschied die Katholische Junge Gemeinde (KJG) gegen den Tennisclub Kirchzarten für sich. Den Damenpokal nahmen die Kickerinnen vom PSV Freiburg mit nach Hause.

Frühschoppen mit dem Musikverein Wittental sowie ein Turnier mit den jüngsten Balltretern rundeten das traditionelle Festwochenende am Pfingstmontag ab. Sanitäter vom örtlichen Roten Kreuz waren nahezu rund um die Uhr im Einsatz. Wie DRK-Vorsitzender Matthias Reinbold auf BZ-Anfrage mitteilte, reichte das Spektrum von der Behandlung kleinerer Sportverletzungen bis hin zur Alarmierung von Notarzt und Rettungswagen.

Im Gespräch mit der Badischen Zeitung wies FSV-Vorsitzender Blaus Blattmann darauf hin, dass der Gewinn aus der Veranstaltung in die vielfältigen Aktivitäten des Vereins fließen wird. "Für uns ist das Sportfest die einzige große Einnahmequelle im Jahr", so Blattmann. Für das Organisationsteam zog deren Sprecher Bernd Wiessler gestern Nachmittag eine positive Bilanz. Es gab keine Ausschreitungen, die Konzerte seien gut besucht gewesen, der Sonntag sogar ausverkauft – und auch das Wetter habe mitgemacht.