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09. Juli 2012
G8 oder G9 haben keinen Einfluss auf Abi-Noten
Schulleiter registrieren Defizite und Spitzenleistungen – ganz unabhängig von G 8 oder G 9.
KREIS EMMENDINGEN. 709 Schüler haben ihr Abitur an den vier allgemeinbildenden Gymnasien im Landkreis Emmendingen bestanden. Der Doppeljahrgang hat sowohl Schüler und Eltern als auch Lehrer an Grenzen stoßen lassen. Jetzt ist alles geschafft und das achtjährige Gymnasium (G 8) hat in Baden-Württemberg überall den ersten Abschlussjahrgang hervorgebracht. Vielerorts gab es Diskussionen, ob es Unterschiede im schulischen Wissen der Schüler des acht-und neunjährigen Gymnasiums geben würde. Wir haben bei den Schulleitern nachgefragt.
Bei einem Gesamtschnitt von 2,2 zeigte sich Schulleiter Bernd Zickgraf vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Waldkirch hoch zufrieden. Von den 186 Abiturienten schlossen vier mit 1,0 ab. Interessant dabei ist, dass es unter ihnen jeweils zwei Schüler des neunjährigen und des achtjährigen Zuges sind. "Intern haben wir die Schnitte der Zeugnisse verglichen, wobei sich nicht signifikante Unterschiede ergaben", wie Zickgraf erklärte. In den bewusst gemischten Kursen habe man den Schülern nicht angemerkt, wer "die Küken" unter ihnen waren.Werbung
Wenn auch nicht die Lehrer Unterschiede zwischen G 8 und G 9 machten, so taten das wohl die Schüler. Dabei handelte es sich jedoch meist um das Feiern am Wochenende, als die über 18-Jährigen in die Disko gingen, während die Jüngeren aus rechtlichen Gründen nicht dabei sein konnten. "Das ist auch ein interessanter Effekt, den das achtjährige Gymnasium mit sich bringt. Einige unserer Abiturienten brauchen die Unterschrift ihrer Eltern, wenn sie nach dem Abitur ins Ausland gehen wollen", so Zickgraf, der selbst Vater einer G 8-Abiturientin ist.
In Kenzingen verhielt man sich wie in Waldkirch und teilte gemischte Kurse ein. Hier gab es allerdings anfangs einige Schwierigkeiten, da sich Eltern besorgt zeigten über die ihrer Meinung nach unterschiedlichen Voraussetzungen, der G 8- und G 9-Schüler. Doch die Praxis zeigte, dass sich eine ähnliche Kurssituation wie auch in den vergangenen Jahren ergab. "Es gibt die G 9er mit einigen Defiziten genauso wie sehr fitte G 8er", sagte Schulleiter Günter Krug im Gespräch mit der BZ. Vor allem sei es der Verdienst der Schüler gewesen sei, die Einsicht und Engagement einbrachten, um die zwei Jahrgänge zu einen und sie nicht "auseinander zu dividieren".
Bei einem Gesamtschnitt der 216 Schüler von 2,3 erreichten zwei G 9-Schüler die Bestnote 1,0. Doch gleich darauf folgten die Schüler des achtjährigen Gymnasiums mit 1,1 oder 1,2. "Wir mussten feststellen, dass man aber doch manchmal einen Entwicklungsunterschied der Schüler bemerkt, bei denen es zum Teil einen Altersunterschied von zwei bis drei Jahren gibt. Vor allem die Deutschlehrer berichteten von Unterschieden", sagt Krug.
Die 177 Abiturienten des Goethe-Gymnasium Emmendingen erreichten denselben guten Gesamtschnitt von 2,3, wobei bei den internen Vergleichen ebenso wie in Waldkirch oder Kenzingen ein "marginal gleiches Niveau" herrschte. Weder im Unterricht noch bei dem Vergleich der Zeugnisnoten wurden Unterschiede bemerkt. Und auch hier bemerkte Schulleiter Christoph Grieshaber, dass einige Abiturienten, die den neunjährigen Zug absolvierten, in ihrer Persönlichkeitsentwicklung weiter vorangeschritten waren.
Bei den 130 Denzlinger Abiturienten, die am vergangenen Wochenende erst beim Abiball feierten, zeigten sich vor allem Unterschiede bei den Englischkenntnissen, was Oberstudiendirektor Bernhard Läufer bei der Zeugnisübergabe auch so formulierte. Mit einem Gesamtschnitt von 2,2 liegt das Erasmus-Gymnasium sogar über unter dem Landesschnitt, wie auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Waldkirch. Ebenso wie bei allen internen Berechnungen der Zeugnisnoten in den vier Gymnasien, waren auch im Erasmus-Gymnasium keine nennenswerten Unterschiede zu beobachten.
Die Erleichterung ist bei allen Beteiligten groß, dass die Ausnahmesituation des Doppeljahrgangs nun gemeistert ist. Viele Sorgen stellten sich als unbegründet heraus. Dennoch wird "der Doppeljahrgang" sicher noch in Erinnerung bleiben, gerade auch, wenn dann zum nächsten Herbstsemester und auch in einem Jahr nach einem Auslandsaufenthalt doppelt so viele Abiturienten auf den Arbeitsmarkt oder die Universitäten drängen.
Autor: Helena Kiefer



