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20. September 2010
Ganz entspannt durchs Museum
Augustinertag punktet mit Führungen für Erwachsene und Kinder / Besucheransturm blieb aus.
"Das ist erstaunlich wundervoll", sagt Sylvia Schramm und macht noch ein Foto mit ihrer kleinen Digitalkamera. Die Kasselanerin ist übers Wochenende in Freiburg und steht gerade in der Ausstellung von Katharina Grosse, die im Untergeschoss des Augustinermuseums gezeigt wird. "Die Farben sind unglaublich tief, irgendwie spricht mich das total an, obwohl moderne Kunst sonst überhaupt nicht mein Ding ist", sagt Sylvia Schramm. Beim Stadtbummel am Samstag hat sie vom Augustinertag erfahren und schaut sich nun das umgebaute Museum an. "Aber nicht mehr lange, dann geht es wieder in die Sonne und möglichst noch in den Biergarten", lacht sie.
Das haben sich am gestrigen Augustinertag wohl einige gedacht, denn der Besucheransturm der vergangenen Jahre blieb aus. Die, die da sind, stört das nicht. In entspannter Atmosphäre schlendern sie durch die Skulpturenhalle mit den Propheten, lassen sich die Kaiserfenster erklären und studieren Werke von Hans Baldung Grien. Mehr los ist auf dem Augustinerplatz, wo der neue Patenschaftskatalog vorgestellt wird und Kinder am Stand der Museumspädagogik Figuren aus Ton formen können. Martina Hausberger schaut hier geduldig zu, wie Sohn Jan (8) seinem Krokodil sorgfältig das Schuppenmuster in den Tonkörper drückt. Nachher geht’s noch ins Museum. "Ich war noch nie da, ich wollte abwarten, bis der erste Ansturm vorbei ist", sagt Martina Hausberger. Im Hintergrund spielt die Band Cocosnuss, die sich den ganzen Nachmittag über mit Gottfried Beck, dem Pianisten vom Augustinerplatz, abwechselt.
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Auch wenn sich der Zuspruch am Augustinertag insgesamt in Grenzen hält, die Führungen sind allesamt begehrt. Zum Beispiel die, die Museumsdirektor Tilmann von Stockhausen zum gotischen Dachstuhl leitet. Dabei dürfen die Besucher in den historischen Dachstuhl von 1333/1334 und mittelalterliche Zimmermannskunst bestaunen, eine Gelegenheit, die sich während des normalen Museumsbetriebs nicht bietet. Eigene Touren gibt es auch für die jüngsten Besucher, die achtjährige Johanna hat sich für eine der Kinderführungen angemeldet. Ihr Fazit: "Die meisten Museen sind irgendwie alt und langweilig, aber in dem hier ist alles ganz toll gemacht worden."
Autor: cfr
