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16. Juli 2012
Ganz nah beim Publikum
Céline Huber spielte mit "Jetsam 5" bei "Stimmen".
LÖRRACH. Den Song "Beautiful Disaster" von Kelly Clarkson, den Céline Huber im Januar als Top-Ten-Kandidatin der Fernsehshow "Ein Star für Baku" vor einem Millionenpublikum gesungen hatte, hat die Lörracher Sängerin am Freitag auch beim Stimmenkonzert von "Jetsam 5" im Riehener Wenkenpark vorgetragen. Diesmal nicht für ein Millionenpublikum irgendwo an den Bildschirmen, sondern live als regionaler Akzent von "Stimmen".
Gerade mal einen Monat vor dem Auftritt ist ihr die Idee dazu gekommen. "Den Song müssen wir unbedingt spielen", hat sie ihren Eltern Walti (Gitarre, Gesang, Komposition) und Moni (Gesang) vorgeschlagen, und dann haben sie ausprobiert, ob es funktioniert. Das sei typisch für die Band, erzählt die 21-Jährige. Es hat dann auch geklappt und für einen intensiven Moment bei dem verregneten "Stimmen"-Konzert gesorgt. Kurz, nachdem Céline Huber Anfang Februar aus der Castingshow für die Teilnahme am Eurovision Song Contest ausgeschieden war, wurde klar, dass sie mit "Jetsam 5" das erste Mal auf einer großen "Stimmen"-Bühne stehen würde.Werbung
Nach der Casting-Show habe eine Zeitlang gebraucht, um sich im Kopf wieder zu sortieren, erzählt die junge Sängerin. Das Erlebte habe im Rückblick etwas von einem Traum gehabt und oft habe sie sich gefragt, ob sie das überhaupt wahr gewesen sei – etwa, als sie in der Basler Bar wieder hinter der Theke stand und arbeitete. Sie musste lernen, mit der plötzlichen Popularität umzugehen. "Da macht man sich vorher gar keine Gedanken drüber", weiß sie jetzt.
Der Rummel um sie hat sich gelegt und auch Céline Huber hat sich wieder gesammelt. Sie studiert weiter an der Lörracher Voicelab-Akademie und meldete sich auch an der Jazzschule Basel zum Studium an. Dann ging es plötzlich los mit Anfragen für Auftritte, so dass ihr Kalender auf Weiteres vollgestopft ist mit Terminen. Das freut die Lörracherin, denn sie hat gemerkt, dass sie jetzt den Kontakt zum Publikum haben muss. "Das ist superwichtig, die wollen mich sehen und hören", sagt sie. Deshalb findet sie die Veranstaltung "Lörrach singt" auch so toll, bei der sie am Samstag drei Auftritte hatte. "Da stehst du wirklich 'face to face' und die Menschen können dich sehen, wie du in echt bist." Im vergangenen Jahr hat Céline Huber auch gelernt, die Zuhörer zu sich zu holen. Im Fernsehstudio war jedes Mal ein riesiger Aufwand mit Lightshow. Ganz anders beim Livekonzert. Da kostet es richtig Arbeit. Im Riehener Wenkenpark am Freitagabend ist es Céline Huber und "Jetsam 5" trotz des Regens gelungen – für Céline kam viel vom Publikum zurück. "Ich stand vor ein paar Hundert Zwergen", berichtet die junge Frau lachend und meint damit den Blick auf die zipfelmützigen weißen "Stimmen"-Regencapes. Für "Jetsam 5" war es das erste Konzert in so einem großen offiziellen Rahmen. Die Band nutzte die Gelegenheit, in einem möglichst vielseitigen Programm ihre ganze Bandbreite zu zeigen. Als Céline und ihre Familie nach dem Konzert gemütlich mit Liz Wright zusammensaß und Tee trank, erlebte sie wieder einmal, dass die Stars in der Regel ganz normale Menschen sind. "Das sind Kollegen, die machen das gleiche wie ich, bloß auf einem anderen Level."
Autor: Barbara Ruda





