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16. Juni 2012

GANZ NEBENBEI: Eigentum verpflichtet

Wie geht es weiter mit der ehemaligen Badhofkapelle in der Wutachschlucht? Diese Frage ist wieder völlig offen, nachdem sich die Stadt Bonndorf als Projektträger zurückgezogen hat (siehe auch BZ von gestern).

"Es ist 5 vor 12, um zu handeln!" Mit diesem Appell macht der Freundeskreis zum Erhalt der Kapelle Bad Boll seit mehr als zwei Jahren die Dringlichkeit einer grundlegenden Sanierung des Kleinods in der Wutachschlucht deutlich, will man nicht auch noch das letzte Zeugnis der einst weltweit renommierten Bädereinrichtung im Herzen der Wutachschlucht verlieren. Ganz abgesehen davon, dass das zerfallende Bauwerk kein gutes Image für eine Ferienregion darstellt. Eine Zeitlang sah es tatsächlich danach aus, dass das Projekt in absehbarer Zeit realisiert und noch in diesem Jahr mit den Renovierungsmaßnahmen begonnen werden könnte. Nun werden die Karten aber neu gemischt. Völlig unverständlich ist daran, dass sich das Land Baden-Württemberg als Eigentümer in vornehmer Zurückhaltung übt. Eigentum verpflichtet, wie wir alle wissen. Gelten beim Land andere Maßstäbe als bei privaten, gewerblichen oder anderen öffentlichen Immobilienbesitzern?

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Vielen Menschen liegt der Erhalt der Kapelle am Herzen. Dies zeigt sich nicht nur in einer außergewöhnlich regen Spendenbereitschaft, sondern auch in den zahlreichen Klicks auf die Homepage des Freundeskreises. So, wie dereinst Gäste aus allen Kontinenten in Bad Boll Ruhe und Erholung suchten, bekunden heute Menschen aus aller Herren Länder ihr Interesse am Erhalt der Kapelle. Die Initiatoren des Freundeskreises, Handwerker, Architekten und Statiker haben bereits Vorleistungen von beachtlichem Wert erbracht. Sie alle erleben ein Wechselbad der Gefühle, wenn nun die Zuständigkeit für das Gebäude hin und her geschoben wird. Wenngleich verständlich ist, dass manch ein Entscheidungsträger bei den explodierenden Kosten kalte Füße bekommt.

Allerdings haben gerade die vielen sich zuständig fühlenden Behörden mit Zuständigkeitsprüfungen, Begutachtungen und Stellungnahmen nicht unerheblich dazu beigetragen, dass die ursprünglich angesetzten Kosten derart aus dem Ruder gelaufen sind. Nun wäre es tatsächlich an der Zeit, eine klare Position zu beziehen, um das ehrenamtliche und finanzielle Engagement aller bisher am Projekt Beteiligten nicht zunichte zu machen.

Autor: mhw