GANZ NEBENBEI: Gucken, genießen

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Sa, 08. September 2018

Elzach

Dass die Landesfesttage an diesem Wochenende in Waldkirch stattfinden, dürfte ja wohl jeder mitbekommen haben. Deshalb sagen wir hier nicht mehr viel dazu, sondern: Hingehen, zugucken, genießen. So was kommt so schnell nicht wieder. Und das Wetter soll gut sein – Winfried Kretschmann hat ein stabiles Hoch im ministerpräsidialen Handgepäck. Heißt es halt.

Glas Most?

A pro pos Kretschmann. Er war schon ein paar Mal im Elztal, seit er Regierungschef ist. Etwa bei der Firma Sick, beim Wandern in Waldkirch und 2013 beim Viererbund-Narrentag in Elzach. Als er nach dem Umzug noch auf der Ehrentribüne stand, kam aufgekratzt eine Frau auf’s Elzacher Rathaus und bot den Bedienungen eine "gute Summe" an, "wenn ich des Glas krieg’, wo de Kretschmann drus trunke het". Da er aber während des Umzugs gar nichts getrunken hatte, verlief die Sache im Sande – Fortsetzung nun in Waldkirch?

Genau da steht er

Zum Bildrätsel in der BZ vom Dienstag ("Wo steht dieser Brunnen, wie heißt er ?") antworteten zwei Leser richtig: "Er steht in Elzach beim Malergeschäft Weber (’Krune-Moler’)...", schreibt Markus Häringer aus Niederwinden. "Brunnen bei Castell/ Gysler /Maler Weber: De Molerbrunne! Oder Castellbrunne!", so Hans-Peter Riegger, Elzach. Er muss es als Fast-Nachbar wissen, zudem war Karl Gysler sein Vor-Vorgänger als Latscharipräsident.

Gar kei Musik?

"Waldkircher Moritaten" heißt eine nette, leider vergriffene Broschüre von Peter Ihm, Josef E. Reich und Peter E. Scherle aus dem Jahr 2004. Darin ist von Josef Reich auch eine Anekdote festgehalten, die sehr gut zum großen Waldkircher Wochenende passt: "Uff em Johrmärkt" heißt sie und geht so: In Waldkirch war widder emol Johrmärkt. Do kunnt e Bäuerle usem Simiswald un wunderet sich, dass kei Musik schpielt. Also frogt er de Karussellbesitzer: "Henn Ihr hit kei Musik?" Der Karussellbesitzer sait: "Nai, mr henn hit kei Musik!" Staunt des Bäuerle: "Worum nit?" Sait dr Karussellbesitzer: "Weisch, de Großherzog isch g’storbe."

Do wunderet sich des Bäuerle: "Ja, henn Ihr denn kei andere zum drille?"

Gedicht gemacht

Wenn jemand den Begriff "Heimat" verkörpert, dann ist es für Südbaden sicher der Alemannen-Poet per se, Johann Peter Hebel (1760 bis 1826). Eines seiner verbreitetsten Gedichte ist "Der Schwarzwälder im Breisgau", besser bekannt und auch viel besungen durch die Strophen "Z’Müllen an der Post.." und "Z’Friburg in der Stadt."

Zur Feier der Landesfesttage hat sich die BZ-Redaktion erlaubt, eine "Waldkircher Strophe" hinzuzudichten, also:

"Z’Waldkirch isch es schee:

Kandel, Stadtrainsee,

Kastelburg und Schwarzwaldzoo,

Orgelspiel, Narri-Narro –

z’Waldkirch, z’Waldkirch,

z’Waldkirch isch es schee-e-e,

z’Waldkirch, z’Waldkirch, z’Waldkirch isch es schee!"