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12. Dezember 2011 17:16 Uhr
Vogtsburg/Kaiserstuhl/Breisgau
7 Winzer unter den Top 100 in Deutschland
Die Zeitschrift Vinum und das Handelsblatt haben zum 26. Mal die "100 besten Weingüter Deutschlands" gekürt. Darauf stehen 6 Winzerbetriebe vom Kaiserstuhl und ein Weingut aus dem Breisgau.
Zu den Aufsteigern des Jahres zählen die Weingüter Bercher aus Burkheim und Freiherr von Gleichenstein aus Oberrotweil.
Seit gut einem Vierteljahrhundert gibt es die Liste der "100 besten Weingüter Deutschlands". Die Betriebe Heger in Ihringen und Salwey in Oberrotweil haben das Kunststück fertiggebracht, ununterbrochen von Anfang an dabei zu sein. Dies ist nicht selbstverständlich, wie am Beispiel des Burkheimer Weingutes Bercher deutlich wird. Es war viele Jahre in der Liste vertreten, wurde dann jedoch aus ihr gestrichen, weil es nach Ansicht der Tester "eine Schwächephase" durchlebt hat. "Jetzt kehrt Bercher jedoch wieder mit köstlichen Weinen zu den Besten zurück", heißt es im Vinum.
Das traditionsreiche Weingut, das die Brüder Eckart und Rainer Bercher 2007 offiziell an ihre Söhne Martin und Arne übergeben haben, produziere wieder auf höchstem Niveau. Martin Bercher kümmere sich vornehmlich um die rund 25 Hektar Weinberge, Arne Bercher sorge für den behutsamen Ausbau der Weine im Keller. Dabei beherrscht er nach Ansicht der Juroren die Kunst, das Holz richtig einzusetzen.
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Martin und Arne Bercher freuen sich natürlich, wieder in der Liste der 100 Besten vertreten zu sein. Die Grundlage dafür wird laut Martin Bercher im Weinberg durch eine konsequente qualitätsorientierte Arbeit gelegt. Niedrige Erträge und viel Handarbeit seien dabei Selbstverständlichkeiten. Die von den Vinum-Testern ausgemachte zwischenzeitliche "Schwächephase" hat es nach Ansicht von Arne Bercher in dem Weingut nie gegeben, was dem Betrieb auch von anderen Weinführern attestiert worden sei. Vielmehr habe es nach der Übernahme des Betriebes und dem Generationenwechsel eine gewisse Zeit gedauert, "bis einige Tester den neuen Stil verstanden haben".
Arne Bercher will generell solche Bestenlisten nicht überbewertet wissen. "Für uns am Wichtigsten ist immer noch der mündige Weintrinker, der sich seine eigene Meinung bildet", betonte er gegenüber der BZ. Erstmals vertreten in der Liste der "100 besten Weingüter Deutschlands" ist der Oberrotweiler Winzerbetrieb Freiherr von Gleichenstein. Hier übergab Vater Hans-Joachim den Betrieb bereits 2003 an Sohn Johannes. Unter seiner Regie "sind die Weine immer besser geworden", urteilt Vinum. So sei zum Beispiel ein 2009er Spätburgunder von Gleichenstein beim Vinum-Rotweinpreis ausgezeichnet worden. Der Weinführer Gault Millau habe Gleichenstein außerdem 2010 zum "Aufsteiger des Jahres" gekürt. Ein Teil des Lobes gibt Gleichenstein gleich an seinen Kellermeister Odin Bauer weiter, der maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen habe.
Gleichenstein freut sich zusammen mit seinen Mitarbeitern sehr über die Auszeichnung. "Es gibt viele Listen mit guten Weingütern, aber diese ist die Älteste und auf ihr sind schon die besten Winzer Deutschlands vertreten", erklärte er. Die Auszeichnung sei für das gesamte Team ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen, "denn solch eine Anerkennung kann auch schnell wieder weg sein, wenn man sich ausruht". In den vergangenen Jahren habe der Betrieb viel Geld in neue Maschinen wie Traubenpressen, Maischegärtanks und Sortierbänder investiert, um die Qualität der Weine zu erhöhen. Darüber hinaus seien die Erträge im Weinberg deutlich reduziert und keine edelfaulen Trauben mehr verarbeitet worden. Ein weiterer Grund für die jüngsten Erfolge sei, dass die Fruchtigkeit der Weine mehr in den Vordergrund gestellt werde.
Gleichenstein ist gerade dabei, den Betrieb zu vergrößern. Das Weingut verarbeitet derzeit die Trauben von rund 40 Hektar Weinbergen, weitere 10 Hektar sollen noch hinzukommen.
Neben Heger, Salwey, Bercher und Gleichenstein sind zwei weitere Kaiserstühler Betriebe in der Bestenliste zu finden. Dabei handelt es sich um Josef Michel aus Achkarren und Reinhold Schneider aus Endingen. Aus dem nahen Breisgau, genauer gesagt aus Malterdingen, kommt noch das bekannte Weingut von Bernhard Huber dazu.
Die 100 besten Weingüter machen laut Vinum etwa ein Prozent der deutschen Winzerschaft aus. Eine Rangfolge gebe es bei dieser Bestenliste nicht, weil die Betriebe zu unterschiedlich seien. So würde es zum Beispiel wenig Sinn machen, Egon Müller aus dem Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer, der sich auf edelsüße Weine spezialisiert hat, mit dem Endinger Reinhold Schneider zu vergleichen, der nur trockene Tropfen in seinem Programm führe.
- Eichelmann und Gault Millau: Wichtige Weinführer geben heimischen Winzern gute Noten
Autor: Gerold Zink


