Restaurantführer

Gault & Millau gibt einigen Küchenchefs in Südbaden mehr Punkte

Michael Neubauer

Von Michael Neubauer

Do, 15. November 2018 um 15:17 Uhr

Gastronomie

In dieser Woche dürfte es in einigen südbadischen Restaurantküchen Jubelrufe gegeben haben. Denn wie jeden Herbst erwartet die Gastroszene die Punktevergabe des Restaurantführers Gault & Millau – und es gibt in der Ausgabe 2019 einige Aufsteiger.

Anders als beim roten Konkurrenzführer Guide Michelin werden im Gault & Millau keine Sterne, sondern bis zu 20 Punkte (nach dem französischen Schulnotensystem) und fünf Kochmützen vergeben. Freuen kann sich ein Haus in Lahr: Als Aufsteiger des Jahres in Baden-Württemberg bezeichnet der Gault & Millau das Restaurant Adler. Es verbesserte sich von 16 auf 17 Punkte – und steigt damit in die Drei-Mützen-Sphäre auf. Küchenchef Daniel Fehrenbacher freut sich: "Der zusätzliche Punkt ist ein schöner Nebeneffekt. Aber wir wollen nicht für Restaurantführer gute Arbeit leisten, sondern vor allem unsere Stammgäste überraschen und zeigen, dass wir uns weiterentwickeln."

Restaurants mit 17 Punkten gab es zuletzt in Südbaden vier, sie alle behalten ihre Punktezahl: Merkles Restaurant in Endingen, das Ammolite des Europa-Parks in Rust, der Schwarze Adler in Vogtsburg-Oberbergen sowie der Hirschen in Sulzburg. Mit 18 Punkten schmückt sich das Restaurant Ophelia in Konstanz.

In der Sparte "zwei Kochmützen" (insgesamt 20 Häuser zwischen Durbach und Bad Säckingen) verbesserten sich einige Restaurants in der Region: Der Storchen in Bad Krozingen-Schmidhofen mit seinen Küchenchefs Fritz und Jochen Helfesrieder kann neuerdings mit 16 Punkten für sich werben. Und auch Nicolai Wiedmer, Küchenchef und Geschäftsführer im Hotel-Restaurant Eckert in Grenzach, steigerte sich im Vergleich zur vergangenen Ausgabe um einen Punkt auf 16. Der 26-Jährige wurde erst vor einem Jahr vom Guide Michelin mit einem Stern prämiert. Auch der Wilde Ritter in Durbach hat nun 16 Punkte. In den Zwei-Mützen-Bereich rutschen zudem das Restaurant Spielweg im Münstertal und Köpfers Steinbuck in Vogtsburg-Bischoffingen – von 14 auf 15 Punkte.

Daniel Weimer vom Oscars in Hinterzarten als Talent ausgezeichnet

Der Gault & Millau benennt auch "junge Talente", die in der Testsaison erstmals Küchenchef wurden. In diese Kategorie hat es der 27-jährige Daniel Weimer geschafft. Er kocht im Oscars in Hinterzarten, dem neuen Gourmetlokal des Parkhotel Adler. Daniel Weimer bekam 15 Newcomer-Punkte.
Küchenchef Daniel Weimer im Interview: "Wir haben viele verrückte Ideen"

In der Kategorie "Bester Deutscher Koch im Ausland" waren die Tester von Peter Knogl begeistert. Der gebürtige Niederbayer kocht im Cheval Blanc in Basel. "Was er zum Blick auf den Rhein auftischt, ist ganz großes Gaumenkino", so die Jury. Übrigens: Der Guide Michelin vergibt seine Sterne ausnahmsweise erst im Februar – aus Organisationsgründen.
So bewertet Gault & Millau

Fünf Mützen: 19,5 Punkte
"Höchstnote für die weltbesten Restaurants" (20 Punkte werden aus Prinzip nicht vergeben)
Vier Mützen: 19 Punkte
"Prägende Küche, führend in Kreativität, Qualität und Zubereitung"

Drei Mützen: 18 und 17 Punkte
"Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung"
Zwei Mützen: 16 und 15 Punkte
"Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität"
Eine Mütze: 14 und 13 Punkte
"Sehr gute Küche"