Wechsel

Neue Pächter wollen Gasthaus Dreiländerblick in Weil traditionell weiterführen

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Fr, 04. Januar 2019 um 07:00 Uhr

Weil am Rhein

Wehmut und Erleichterung: Martina und Gerd Güthlin, die das Traditionsgasthaus seit 28 Jahren erfolgreich führen, geben die Geschäftsführung an Martin Aenis ab.

Noch im Sommer 2018 haben die Pächter des traditionsreichen Gasthauses "Dreiländerblick" an der Langgaß in Ötlingen Nachfolger gesucht; nun scheint die Zukunft gesichert: Gerd (56) und Martina Güthlin (55) ist es gelungen, mit dem Eimeldinger Martin Aenis (44) und Fortunat A. Mahrer aus Basel neue Pächter zu finden, die das Haus ganz in ihrem Sinne weiterführen wollen. Die Übergabe und der Aufbau eines neuen Führungsteams vor Ort erfolgen Schritt für Schritt.

"Wir wollen den Dreiländerblick so weiterführen, wie er ist. Es ist uns ganz wichtig, am Stil und Charakter des Hauses nichts zu ändern." Martin Aenis, geschäftsführender Gesellschafter
"Alles ist soweit geklärt", informierte Gerd Güthlin gestern über den Wechsel, der seit vier Wochen vorbereitet wird. Martin Aenis fungiert als geschäftsführender Gesellschafter der Dreiländerblick GmbH. "Wir wollen den Dreiländerblick so weiterführen, wie er ist. Es ist uns ganz wichtig, am Stil und Charakter des Hauses nichts zu ändern", erläuterte Aenis. Dieses bietet insgesamt 200 Sitzplätze und eine Panoramaterrasse mit herrlichem Ausblick über das Dreiländereck.

Natürlich könne der neue Küchenchef eigene Akzente setzen, das sei auch gewünscht. Aber die weithin geschätzte kulinarische Grundausrichtung bleibe unverändert: Im Dreiländerblick dürfen Stammgäste wie Einheimische weiterhin frische, saisonale Markgräfler Küche mit Einflüssen aus der Schweiz und Frankreich zu einem erschwinglichen Preis genießen, so Güthlin und Aenis. Für die verantwortungsvolle Position am Herd gebe es bereits vielversprechende Interessenten.

Die Leitung von Service und Theke übernimmt Carmen Böhler, die seit 30 Jahren im Haus ist und für Aenis eine wichtige Säule im künftigen Führungsteam darstellt. Von den 20 aktuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden etwa 60 Prozent ins neue Team übernommen.

Bis 27. Januar geöffnet, dann Planungsphase

Der "Dreiländerblick" bleibt regulär noch bis zum 27. Januar geöffnet. Danach ist eine Schließung geplant, um in Ruhe die Neustrukturierung abschließen und die Wiedereröffnung vorbereiten zu können. Diese erfolgt am 14. Februar mit einem Valentinstagmenü. Das bereitet noch Gerd Güthlin zu, der über eine große Erfahrung mit kulinarischen Kreationen zu besonderen Anlässen verfügt. Bis Ende Februar arbeitet Güthlin noch voll mit, bevor das neue Team übernimmt. Auch künftig soll es einen Fahrplan mit übers Jahr verteilten Events geben, in den die neuen Verantwortlichen ihre Vorstellungen einbringen.

Martin Aenis will als Geschäftsführer eher im Hintergrund agieren. Der Betriebswirt kommt aus der produzierenden Lebensmittelindustrie und will sich nun auf die Gastronomie konzentrieren. Den Dreiländerblick, den er privat seit vielen Jahren kennt und schätzt (seine Frau stammt aus Ötlingen), für die Ötlinger und die Region zu erhalten, ist ihm auch ein Herzensanliegen. Denn: "Diese Art der ehrlichen Markgräfler Küche geht immer mehr verloren", stellt er fest. Diesem Trend will er "mit dem nötigen Respekt" entgegenwirken.

Wehmut schwinge mit

Martina Güthlin räumt ein, dass mit Blick auf den Rückzug auch etwas Wehmut mitschwingt. Schließlich arbeiten sie und ihr Mann seit 1987 in dem von Gerd Güthlins Vater 1960 als Straußwirtschaft gegründeten Landgasthof, den sie 1991 übernahmen. Die beiden sind aber auch erleichtert, "dass wir jemanden gefunden haben, der viel Fingerspitzengefühl und Herz für die Gastronomie mitbringt", sagt Güthlin. Er und seine Frau mussten feststellen, dass sie die enorme Belastung gesundheitlich nicht mehr so einfach wegstecken wie früher. Weil sie die Verantwortung innerhalb der Familie nicht Schritt für Schritt abgeben konnten, da ihre Kinder eigene berufliche Wege eingeschlagen haben, entschieden sie sich nun für diesen wohl durchdachten und gut vorbereiteten Pächterwechsel.

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