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29. Juni 2010 06:00 Uhr
Genusswandern in Südbaden
Riedmühle Oberschopfheim: Einkehr in der Natur
GENUSSWANDERN IN SÜDBADEN (43): Sie liegt da, wo sich winters Fuchs und Hase früh "Gute Nacht!" sagen – weit ab von jeglicher größerer Besiedelung.
Aber genau das ist auch ihr Glück: Die Riedmühle wird von jeglichem Durchgangsverkehr verschont. Die Gaststätte liegt mitten in der Landschaft, von Feld und Reben umgeben und einem kleinen Bach, wo sich Tausende Forellen tummeln. Und wenn irgendwo ein Schaf blökt, ein Huhn gackert oder ein Winzer auf seinem Schlepper seiner Arbeit nachgeht, stört das keinen. Im Gegenteil: Hier, im Scheitel von Oberschopfheim, Diersburg und Niederschopfheim, ist die Natur zu Hause. Ein Eldorado für Wanderer und Radfahrer, die aus allen möglichen Himmelsrichtungen – auch Hofweier und Zunsweier sind nicht weit – gerne hier absteigen und einkehren.
Die Riedmühle wurde 1963 von Fritz und Frieda Reifenschweiler eröffnet. Anfangs wurde lediglich Hausmacherkost serviert, allmählich aber wurde die Speisekarte umfangreicher. Und heute gibt es neben den so beliebten halben Hähnchen, den Schnitzeln, Wurstsalaten und leckeren Forellen auch griechischen Bauernsalat und Camembert, in Bierteig gebacken. Winters kommt auch Wild aus heimischer Jagd auf den Tisch.
Als der 70. Geburtstag von Fritz Reifenschweiler vorbei war, entschloss sich das Ehepaar, die Gaststätte zu verpachten. Und das Glück bescherte ihm Nils und Klaudia Ebel, die seit Januar 2002 im Lokal das Zepter schwingen und die Gäste mit guter Karte und freundlichem Service rasch für sich gewinnen konnten. Jetzt ist die Riedmühle aber nicht nur bei Tagesgästen beliebte Anlaufstelle, sondern auch bei Gesellschaften. Unzählig die Geburtstags- und Hochzeitstafeln oder Vereinsversammlungen, die dort schon stattfanden, ob im einen Raum oder im anderen oder in beiden zusammen.
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Immerhin stehen 140 Sitzplätze zur Verfügung, jene im Freien – direkt vor der Haustür – noch gar nicht mit eingerechnet. Und ab und zu, etwa am 1. Mai oder am Vatertag oder wenn mal wieder ein kleines Open Air stattfindet, wird der Garten ums Haus herum geöffnet. Der Platz, auf dem Kinder nach Herzenslust schaukeln können, steht ohnehin immer offen.
Riedmühle, Riedmühle 1, 77948 Friesenheim-Oberschopfheim, Tel.: 07808-627, Keine Homepage.
Öffnungszeiten: ganzjährig, ab 1. Mai Dienstag bis Samstag ab 15 Uhr, Sonntag ab 10 Uhr, Montag Ruhetag. Von November bis Ende April ist auch der Dienstag Ruhetag.
Anfahrt: Mit dem Auto über die B3, in Oberschopfheim abbiegen nach Diersburg, Bushaltestelle in Diersburg.
Länge: 6,5 km, Höhenmeter: etwa 30 m.
Wandern und Riedmühle? Nichts leichter als das. Varianten gibt es zur Genüge. Die einfachste: Man stellt sein Auto vor dem Lokal ab und wandert kreuz und quer auf kinderwagentauglichen, asphaltierten Wegen durch die nahen Reben, wirft einen Blick auf den Schwarzwald, das in einem Kessel liegende Oberschopfheim, aufs Ried, auf die Vogesen.
Unsere Tour geht so: Man stellt sein Auto beim früheren Rathaus im Hohberger Ortsteil Diersburg ab. Dort ist heute das Hohberger Bienenmuseum untergebracht. Vom 1. Mai bis Mitte November ist es jeden ersten Sonntag im Monat von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet (Sondertermine können unter Tel. 07808/3999 vereinbart werden) – ein Kurzbesuch lohnt sich.Von dort wandert man zur Vogelstraße ("Haus Waldesruh") und auf dem gut ausgebauten Waldrandsträßchen taleinwärts zur früheren Schlossruine. Talauswärts geht's über die Talstraße in Richtung Festhalle und Römerstraße, wo die Tafel schon von weitem den Weg zur Riedmühle weist. Von dort ist es bis zum Lokal nur noch ein Katzensprung. Den Rückweg tritt man über den Feldweg am Riedbach, kurz unterhalb der Wirtschaft, an – und schon ist man wieder in Diersburg und bei seinem fahrbaren Untersatz.
- Dossier mit allen Folgen:
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- Täglich aktuell: Mittagstisch in Freiburg
(fudder.de.)
- BZ-Wanderserie: Wir machen Baden Beine
Autor: Hubert Röderer


