Straßensperrungen im Ortenaukreis

Schneebruch-Gefahr setzen auch vielen Hotelbetreibern zu

pz

Von pz

Fr, 11. Januar 2019 um 19:11 Uhr

Ortenaukreis

Der Winter hält auch das Höhengebiet im Ortenaukreis – rund um die B 500 – fest in der Hand: Wegen der Gefahr von Schneebruch bleiben weiter Straßen gesperrt – und Gäste weg.

Das bekommen nicht nur die Gemeinden in Höhenlage zu spüren, sondern auch Hotel- und Gaststättenbetreiber. "Wir telefonieren morgens alle Gäste ab, informieren sie über die Lage hier oben und fragen, ob sie trotzdem zu uns kommen wollen. Die meisten sagen dann ab", erklärte Kristina Wagner vom Berghotel Mummelsee auf Anfrage.

Auch bei der Zahl der Besucher im Restaurant spüre man die Straßensperrung. Eingeschneit sei hier aber niemand: Alle Übernachtungsgäste, die wieder abreisen, täten das auf eigene Gefahr, sagt sie: "Die Straßen sind gesperrt, aber gut geräumt." Bei den Mitarbeitern gebe es keine Ausfälle: Diese kommen im Personalhaus direkt neben dem Berghotel unter und müssen nur nach nebenan laufen.
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Keine Gäste hat momentan die Grindehütte: Sie ist seit Montag geschlossen und bleibt das auch, solange die Sperrung auf der B 500 gilt, erklärte Mandy Finkbeiner vom Hotel Auerhahn der Betreiberfamilie Zepf in Baiersbronn. Auch deren Rasthütte Seibelseckle ist geschlossen. Ob die Häuser wieder geöffnet werden, entscheidet sich jeweils am Abend zuvor und wird dann auf der Internetseite bekanntgegeben. Auch die Mitarbeiter könnten ihren Arbeitsplatz nicht erreichen, denn diese fahren normalerweise teilweise aus Seebach, teilweise aus Baiersbronn an, wo ebenfalls Straßen gesperrt sind.

Anders sieht die Welt beim Schliffkopf aus: "Bei uns sind die Straßen frei", sagt Sissy Günter vom dortigen Hotel. Die Gäste kämen trotz Sperrung – nur eben nicht aus Richtung Sasbachwalden. Stattdessen sei die Anfahrt über Appenweier und aus Richtung Bad Griesbach möglich.

"Sperrungen gehen vor – bevor wir Rettungswagen hochschicken müssen, weil etwas passiert ist" Sonja Schuchter
Keine Probleme mit der Situation haben auch die Mitarbeiter, die teilweise im Gebäude des früheren Unterstmatt-Hotels untergebracht sind: "Sie fahren eben nicht über die Bergstraße."

In Seebach wurden am Donnerstag die gesperrten gemeindeeigenen Straßen auf Bäume überprüft, die umzufallen drohen und möglicherweise gefällt werden müssen. Insbesondere betroffen waren nach Auskunft von Bürgermeister Reinhard Schmälzle die Schwarzenkopfstraße und die Alte Ruhesteinstraße. Die Sperrungen konnten gegen 13 Uhr wieder aufgehoben werden, trotzdem sei weiterhin Vorsicht geboten.

"Sperrungen gehen vor – bevor wir Rettungswagen hochschicken müssen, weil etwas passiert ist", sagt Sasbachwaldens Bürgermeisterin Sonja Schuchter, die auf den großen Einsatz von Bauhof, Straßenmeisterei und Feuerwehr verweist: Dieser sei oft sogar mit Lebensgefahr verbunden. "Solange die Straßensperrung angeordnet ist, erfolgen keine Postverteilung und keine Müllabfuhr in den betroffenen Gebieten", heißt es weiter aus dem Sasbachwaldener Rathaus. So sei der Bereich Schönbüch frühestens am Montag wieder geöffnet.

Gesperrt ist auch die Sasbachwaldener Hauptstraße bergwärts ab der Einfahrt Bergweide, fahren könne man dagegen talwärts, vom Brandrüttel kommend, sagt Bauhofleiter Klaus Decker. Alle Ortsteile seien grundsätzlich erreichbar, man müsse aber bei der Fahrt durch den Wald besondere Vorsicht walten lassen. Bisher laufe alles geordnet, sagt Decker: "Wenn es nicht noch sehr viel mehr Schnee wird, bekommen wir das gut hin."