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07. Februar 2012

Offenburg

Schwarzwald-Rösterei: Ganz im Sinne des Vorgängers

Für Freunde röstfrischen Kaffees gibt es in Offenburg bald eine neue Zufluchtsstätte: Spätestens nach Fastnacht will Jens Arnold die „Schwarzwald-Rösterei“ eröffnen.

  1. Jens Arnold setzt auf Genuss. Foto: Siefke

OFFENBURG (ges). Für Freunde röstfrischen Kaffees gibt es – neben Maurers Kaffeewelten an der Rée-Anlage – bald wieder eine zweite Zufluchtsstätte: Spätestens nach Fastnacht will Jens Arnold die "Schwarzwald-Rösterei" in der Spitalstraße eröffnen. Das Geschäft war seit dem Tod des bisherigen Betreibers Philippe Suty Anfang Oktober geschlossen.

Als besonders mutig wertet Arnold den Schritt in die Selbständigkeit als Kaffeeverkäufer nicht. "Die Idee habe ich schon ganz lange in meinem Kopf", erklärt der 42-Jährige, der bislang in der Marketing-Branche tätig war: "Es war jetzt ein Zugreifen." Im vergangenen Herbst stand er vor dem leer stehenden Geschäft und erfuhr von dem plötzlichen Tod seines Vorgängers, der einem Herzinfarkt erlegen war. Ein kurzer Anruf bei der zuständigen Stelle – und schon hatte er den Zuschlag für die Pacht der Räume in der Altstadt. Freunde und Bekannte hätten ihn in seinem Vorhaben mit einem "Ja, das passt" unterstützt. Seither renoviert er den Laden behutsam, denn schließlich soll der Charme erhalten bleiben. "Ich setze zunächst auf Kontinuität", so der Mann aus Biberach. Mit Irmgard Knes wird auch die frühere Mitarbeiterin Sutys wieder an ihrer alten Wirkungsstätte aktiv sein.

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Arnold absolvierte nach dem Besuch von Grimmelshausen-Gymnasium und Wirtschaftsgymnasium eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei der Edeka und war bis 1993 vor allem für den Einkauf von Obst und Gemüse zuständig. Ein Studium der Betriebswirtschaft in Mannheim schloss sich an. "Die Leidenschaft für gute Lebensmittel habe ich schon lange", verrät Arnold und bedauert, dass der Fokus auf dem Industriekaffee in den Supermärkten liegt. Ähnlich wie Wein sei Kaffee aber ein hart erarbeitetes Lebensmittel, das je nach Anbaugebiet, Boden und Klima anders schmecke. 20 verschiedene Sorten will er künftig anbieten, ein Großteil stammt aus Mittel- und Südamerika, auch aus Indien werden Bohnen kommen. Die Händler sitzen in Bremen und Hamburg und sind auf kleine Röstereien spezialisiert.

Langsamkeit beim Rösten schafft mehr Bekömmlichkeit

Seine Trommelröstmaschine benötigt 20 Minuten, um aus sechs Kilo Rohbohnen fünf Kilo Röstbohnen zu machen. Den Verlust von rund 20 Prozent erklärt Arnold mit dem Wasser, das den Bohnen entzogen wird. Durch das schonende Verfahren wird Chlorogensäure abgebaut und der Kaffee dadurch verträglicher – im Gegensatz zur Schockröstung, bei der die Bohnen innerhalb von drei bis vier Minuten "durchgejagt" werden, wie sich Arnold ausdrückt.

Er selbst schätzt einen frischen Cappuccino am Morgen und eine Tasse Filterkaffee am Nachmittag. Ein Vieltrinker sei er nicht: "Ich mache das mit Genuss." Italien sei die Latte, an der er sich messen will, erklärt Arnold und lacht über die Doppeldeutigkeit des Begriffs: "Ja, die Latte liegt hoch." Er hofft, dass die frühere Stammkundschaft erneut den Weg in die Spitalstraße finden wird – zumal er zunächst kaum Veränderungen vornehmen will. Lediglich den Gastrobereich will er ausweiten: Es soll eine gemütliche Sofaecke geben sowie Kuchen, süßes Gebäck und Schokolade: "Das ist eine sinnvolle Ergänzung." Viele Leute hätten bereits den Kopf in den Laden gesteckt und ihre Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass er im Sinne seines Vorgängers weiter machen wolle. Wenn das Geschäft am Laufen ist, will er auch über ein paar Veränderungen nachdenken. An Ideen mangele es ihm nicht. Doch das ist Zukunftsmusik.

Schwarzwald-Rösterei: Dienstag bis Freitag 9.30 bis 18, Samstag 8 bis 15 Uhr.

Autor: ges