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10. Dezember 2009

"Sonne" geht wieder unter

Das "Crazy Zen" im traditionsreichen Littenweilermer Gasthaus hielt sich nur zwei Monate.

  1. Die Kurzzeitbetreiber des „Crazy Zen“ im Gebäude der „Sonne“ hatten den neuen Namen ihres asiatisch-pazifischen Restaurants nur im Speisekartenschaukasten ausgehängt. Foto: Michael Bamberger

LITTENWEILER. Das Restaurant "Crazy Zen" asiatisch-pazifischer Küche im Gasthaus Sonne im Ortskern von Littenweiler hat nach nur zweimonatigem Betrieb schon wieder aufgegeben. Ein neuer Pächter wird gesucht.

Erst im Oktober hatte Familie Barda das "Crazy Zen" mit einer asiatischen Oktoberfestwoche eröffnet. Zum neuen Konzept der Gaststätte sollten Themen-, Musik- und Spieleabende sowie eine neue Speisekarte gehören, auf der gutbürgerliche badische Küche und asiatisch-pazifische Spezialitäten standen. Das Konzept hatte keinen tragenden Erfolg. Vergangene Woche lösten die Pächter nach nur zwei Monaten Laufzeit den Pachtvertrag, wie Verpächter Frank Kaiser von der Gastronomieberatungsagentur Bellini bestätigt.

Auf Anfrage der BZ Anfang November hatten die Pächter noch von Umstrukturierungsarbeiten gesprochen. Es sei eine erneute Änderung im Konzept geplant, um das Gasthaus für die Weihnachtszeit vorzubereiten. Doch statt Konzeptänderungen folgte das frühzeitige Aus.

In den vergangenen Jahren hatten die Pächter in der Sonne wiederholt gewechselt. Für Martin Kotterer, den Vorsitzenden des Bürgervereins Littenweiler, sind die Gründe ein Rätsel: "Ich hatte nicht mal mitbekommen, dass die Sonne zwischendurch mal wieder geöffnet hatte. Dabei passt das Gasthaus eigentlich gut zu Littenweiler und ist mit seinem schönen Biergarten sicherlich eine Bereicherung für den Stadtteil."

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Zudem liege das Gasthaus in zentraler Lage im historischen Ortskern und in unmittelbarer Nähe zur Pädagogischen Hochschule (PH).

Anne Jerger, ehemalige Studentin an der PH, ist von der kurzen Verweildauer des "Crazy Zen" weniger erstaunt. Kurz vor der Schließung war sie Ende November noch mit einer größeren Gruppe nach einer Theaterveranstaltung der PH im "Crazy Zen" zu Gast: "Das machte alles einen sehr improvisierten Eindruck. Es gab nur drei Gerichte, die dann auch noch alle im Laufe des Abends ausgingen, und Weißwein gab es zum Schluss auch nicht mehr. Die Betreiber schienen mir insgesamt überfordert mit dem Lokal."

Über Details der neuerlichen Pächtersuche gab die Bellini GmbH noch keine Auskunft. Bis auf weiteres bleibt die Sonne also wieder geschlossen.

Autor: Olaf Völker