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06. April 2011

Genusswandern in Südbaden

Gerhart's Strauße bei Jechtingen: „Spargel satt!“

GENUSSWANDERN IN SÜDBADEN (13):Von Gerhart’s Strauße führt ein reizvoller Rundweg zur Burgruine Sponeck und zurück.

  1. Schon die Römer siedelten an dieser Stelle: die Burgruine Sponeck bei Jechtingen. Foto: Roland vitt

  2. Jagdtrophäen des Wirts. Foto: truöl

Der Kaiserstuhl ist eine Landschaft für Genießer. Doch nicht nur Spät- oder Grauburgunder, sondern auch Obst und Gemüse zeigen besondere Qualität. Kaiserstühler Spargel ist zum Markenzeichen geworden. Und eine besondere "Marke" unter den Straußenwirtschaften stellt auch der Betrieb von Adolf und Ulrike Gerhart dar. Seinen guten Ruf und seine manchmal fast zu große Anziehungskraft verdankt "Gerhart"s Strauße" in erster Linie dem königlichen Gemüse vom Kaiserstuhl: "Spargel satt" heißt das Motto. Mit beträchtlicher Wirkung: Ohne Vorbestellung ist es an den Frühsommer-Wochenenden sehr schwer, noch ein freies Plätzle zu bekommen.
Begonnen hat dieses kleine Wirtschaftswunder am Ortsrand von Jechtingen im Jahr 1994. Damals hatten Adolf und Ulrike Gerhart die Idee, in ihrem Aussiedlerhof aus den 60er Jahren auch Gäste zu bewirten. So eröffneten sie ihre Strauße – in der alten Stube gab es 40 Sitzplätze und eine aus heutiger Sicht "rudimentäre Speisekarte", wie der Winzermeister schmunzelt. Diese Idee erwies sich als Glücksgriff, der Geheimtipp war bald keiner mehr. Ständig wurde aus- und angebaut. Heute bietet "Gerhart’s Strauße" in mehreren Räumen 200 Sitzplätze; dazu kommt im Außenbereich Platz für weitere 50 Gäste.

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Streng genommen handelt es sich nicht mehr um eine klassische Strauße, die ja nur 120 Tage pro Jahr geöffnet haben darf. Denn seit 2000 besitzt diese gastliche Stätte eine Wirtschaftskonzession.
Doch am Konzept hat sich nichts geändert: Auf den Teller und ins Glas kommen ausschließlich Produkte aus der Region, die meisten davon aus dem eigenen Betrieb. Zu diesem gehören inzwischen zehn Hektar Spargelfelder und zehn Hektar Reben – damit zählt Familie Gerhart bei diesen Sonderkulturen zu den größten Produzenten am Kaiserstuhl.
Spargel- und Weinanbau statt Viehwirtschaft erwies sich als Patentrezept. Und da Adolf Gerhart Mitpächter einer Jagd ist, kamen bald auch Wildgerichte auf die Speisekarte.So bieten sich den Besuchern je nach Jahreszeit ganz unterschiedliche Genüsse: der Spargel, Flammenkuchen oder Wurstsalat im Frühjahr; deftige Speisen wie Wildschweinbraten, Zwiebelkuchen, Schweinehaxe, Hähnchen oder Leberli im Herbst.
"Gerhart’s Strauße" ist ein Familienbetrieb. Sohn Dominik studiert Weinbau und Önologie, hilft mit, auch beim Internet-Auftritt. Und die 75-jährige Oma Lioba steht noch immer von morgens bis abends in der Küche. Dies alles trägt dazu bei, dass sich die Besucher in den rustikalen Räumen so wohl fühlen. Viele, inzwischen Stammgäste, freuen sich schon darauf, wenn wieder der Lockruf erfolgt: "Spargel satt!"
Gerhart's Strauße, Sponeckstraße 102, 79361 Sasbach-Jechtingen, Tel: 07662/ 6117, http://www.gerhart-strausse.de
Öffnungszeiten: im Frühjahr 2011 8. April bis 2.Juni, im Spätjahr 26. August bis 13. November
Anfahrt: Von der A5 Ausfahrt Riegel über die L 113 neu nach Westen. Durch Sasbach Richtung Breisach nach Jechtingen. In der Ortsmitte Jechtingen rechts den Hinweisschildern "Sponeck" folgen. Am Ortsrand liegt rechterhand Gerhart’s Strauße. Mit dem ÖPNV: Mit der Kaiserstuhlbahn von Riegel oder auch von Breisach aus bis zum Bahnhof Jechtingen fahren. Jechtingen ist auch ans Busnetz angeschlossen.

DIE TOUR

DIE TOUR

Plötzlich am Steilufer zum Rhein
Kilometer: etwa 4 km
Höhenmeter: etwa 50 m
Start und Ziel ist die Strauße. Zuerst geht’s 50 Meter nach rechts Richtung Sponeck, dann links in die Reben (Hinweisschild "Weingut Burkhart") und dann der gelben Raute nach. Nach 1 km erreichen wir eine Kreuzung. Unser Rundweg geht geradeaus zum Vogesenblick, doch empfehlenswert sind vorher zwei Abstecher: Rechts liegt im Wald das anrührende Ehrlacher-Kreuz aus dem Jahr 1888. Links erreicht man nach kurzem Anstieg den Habersattel mit Blick über die Reblandschaft. Zurück zur Kreuzung: mit

der gelben Raute erkunden wir den "Wiedehopfweg". Der urwüchsige Pfad durchquert einen "Zauberwald", ehe wir plötzlich am Steilufer hoch über dem Rhein stehen. Leicht abwärts wandern wir durch Laubwälder. An der Humberg-Weggabelung wenden wir uns links, nach 300 Metern taucht die Burgruine Sponeck mit ihrem Turmauf. Als historisches Ziel in Privatbesitz weist sie sogar römische Relikte auf. Danach folgen wir dem Sträßle in Richtung Jechtingen und zur Strauße. Zurück führt nach etwa 200 Metern links auch der "Wiedehopfweg".  

Autor: bz

Autor: Hans-Jürgen Truöl