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19. Juni 2012

Gefahrenlage rasch im Griff

Ausgelaufenes Reinigungsmittel in Betrieb loste am Montag Feuerwehreinsatz in March aus.

  1. Spezialkräfte der Feuerwehr aus dem Landkreis waren nach Hugstetten beordert worden, um für mögliche Gefahren sofort verfügbar zu sein. Im Vordergrund eine Dekontaminationsanlage. Foto: Feuerwehr march/hügele

  2. Die Einsatzkräfte planen anhand der Gefahrgutinfoblätter das weitere Vorgehen. Foto: josef hügele

MARCH-HUGSTETTEN. Zu einem Großeinsatz der Feuerwehr wegen ausgelaufenen Gefahrguts kam es am Montagvormittag in einem Industriebetrieb in Hugstetten. Dort waren aus einer Reinigungsmaschine rund 60 Liter eines alkoholhaltigen Reinigungsstoffes ausgetreten. Der Betrieb, der am Morgen evakuiert worden war, konnte mittags die Arbeiten wieder aufnehmen.

Die Feuerwehr March war um 6.01 Uhr alarmiert worden. Die rund 50 köpfige Belegschaft der Frühschicht in einer Halle der Firma Südkälte an der Grünstraße wurde evakuiert. Die in Sexau ansässige Firma Maxon Motor GmbH hat dort seit einem halben Jahr einen Teil ihrer Montage ausgelagert. Die Feuerwehr erkundete unter Atemschutz den Unfallort und forderte, als sie Unterlagen über den als ätzend und giftig eingestuften Gefahrstoff hatte, auch den ABC-Zug des Landkreises aus Ihringen und Merdingen sowie den Gefahrgutzug aus Müllheim an. Wie festgestellt wurde, war das Reinigungsmittel in eine Auffangwange gelaufen. Darum konnte der Stoff nicht in Boden oder Grundwasser gelangen. Wegen der Dämpfe wurde ein Hochleistungslüfter eingesetzt, um die Halle zu entlüften. "Wir mussten das auch tun, um eine Explosionsgefahr zu verhindern, wenn sich zu viel verdampftes Lösungsmittel mit der Luft vermischt hätte", erklärte Marchs Feuerwehrkommandant Dieter Kremp. Die Feuerwehr betrat zunächst mit Chemieschutzanzügen die Halle. Dann gab ein Chemiker Entwarnung, dass einfache Schutzanzüge mit Atemschutz genügten.

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"Wir haben eine stabile Lage vorgefunden" erklärte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier, der wie sein Stellvertreter Jörg Weber vor Ort war. Man entschied sich, den Gefahrstoff von der Entsorgungsfirma Remondis direkt absaugen zu lassen. "Hätten wir als Feuerwehr dies gemacht, hätten wir den Stoff nachher ja auch der Entsorgungsfirma übergeben"erklärte Widmaier. So konnte ein Teil der rund 50 Einsatzkräfte wieder abrücken. Vorsorglich war im Außengelände ein Dekontaminationszelt aufgebaut worden. Da das Reinigungsmittel bereits bei 68 Grad Celsius entflammbar war, blieben Teile der Feuerwehr March während der Entsorgungsarbeiten vor Ort. Zwei Arbeiter, die laut Polizei über leichte Atemwegreizungen klagten, wurden vorsorglich in ärztliche Behandlung gebracht.

Um die Mittagszeit konnte die Firma den Betrieb zum größten Teil wieder aufnehmen, erklärte Dirk Zimmermann, Geschäftsführer der Maxon Motor GmbH in Sexau. Die beschädigte Reinigungsmaschine werde von der Firma ihres Herstellers untersucht und nach Möglichkeit repariert. In ihr werden Getriebeteile von Präzisionsmotoren, sowie Motorkomponenten, die von der Firma in Sexau und Hugstetten hergestellt werden, gereinigt. Zimmermann lobte den Einsatz der Feuerwehr: "Es ist völlig verständlich, dass sie zunächst von einer größeren Gefahr ausgeht. Das ging alles sehr schnell und professionell. Solche Abläufe haben wir in unserem Sexauer Werk schon mit der Feuerwehr geübt; aber jetzt wissen wir, dass dies auch in March funktioniert".

Die Sexauer Firma mit ihren rund 400 Beschäftigten gehört zu dem Schweizer Unternehmen maxon motor AG mit weltweit über 2000 Beschäftigten. Die Hugstetter Betriebsstätte soll noch rund zwei Jahre genutzt werden, bis ein Erweiterungsbau in Sexau fertiggestellt ist. In Hugstetten arbeiten rund 120 Beschäftigte im Dreischichtbetrieb.

Autor: Manfred Frietsch