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28. Februar 2013 13:08 Uhr

Technik und Medizin

Gefragt: Medizinisch-technische Assistenten

Eine Berufsbezeichnung, viele Fachrichtungen – medizinisch-technische Assistenten (MTA) kommen beim Röntgen, in Laboratorien und auch in der Tiermedizin zum Einsatz.

  1. Der Einsatz von Computertechnik, hier bei der Mammographie, gehört für medizinisch-technischer Assistenten heute zum Arbeitsalltag. Foto: Verwendung weltweit, usage worldwide

Eine Berufsbezeichnung, vier Fachrichtungen – medizinisch-technische Assistenten (MTA) arbeiten in vielen Bereichen. Sie kommen zum Einsatz, wenn Patienten geröntgt werden. Oder sie helfen, wenn gemessen werden soll, ob Herz und Lungen einwandfrei funktionieren. Auch in Laboratorien werden sie gebraucht. Und auch in der Tiermedizin sind sie tätig.

Gemeinsam ist allen Berufsfeldern die Verbindung von Technik und Medizin. MTA müssen komplizierte Geräte verstehen und bedienen können. Gleichzeitig brauchen sie ein fundiertes Wissen über die Anatomie und Zellstruktur von Mensch oder Tier. Melanie Kropp etwa macht an einer MTA-Schule eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Radiologieassistentin. Die 17-Jährige ist im ersten Lehrjahr. Während eines Schulpraktikums in einem Krankenhaus lernte sie die Radiologie kennen. "Die Kombination von Medizin und Technik fand ich super", sagt sie. Die Mischung stimme einfach. Als MTA in der Radiologie habe man mit Menschen zu tun, "aber auch nicht zu viel".

Ob in der Radiologie, der Labormedizin, der Funktionsdiagnostik oder der Tiermedizin: Die MTA-Ausbildung dauert drei Jahre. Gelernt wird an Berufsfachschulen. Einen Einblick in den Berufsalltag erhalten die Azubis während drei bis sechs Wochen langer Praktika. Ein Realschulabschluss ist Mindestvoraussetzung für einen Ausbildungsplatz. Außerdem sollten Bewerber eine gute naturwissenschaftliche Grundlage mitbringen. Verständnis für Physik, Biologie, Chemie und Mathematik werde vorausgesetzt. Wer das nicht hat, muss nacharbeiten.

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Jobaussichten sind sehr gut

Auch mit Menschen müssen die MTA umgehen können. MTA in der Radiologie erklären den Patienten die Untersuchung und bleiben mit ihnen während der teilweise recht langen Tomografien in Kontakt. In der Funktionsdiagnostik testen die Assistenten bei Patienten beispielsweise das Hörvermögen. Oder sie helfen dabei, in der Kardiologie das Herz-Kreislauf-System mit einem Elektrokardiogramm zu überprüfen. Die Ergebnisse der Untersuchungen teilt aber der Arzt dem Patienten mit.

"Man darf nicht schüchtern sein", sagt MTA-Auszubildende Kropp. Als Dank erhalte man viel zurück: "In der Strahlentherapie merkt man, dass man den Menschen hilft." Die 17-Jährige weiß schon jetzt, dass sie nach der Ausbildung in der Strahlentherapie arbeiten will. Viele staatliche Schulen, die meist an Kliniken angeschlossen sind, verlangen kein Schulgeld. Private Schulen hingegen schon. Mit 300 bis 500 Euro im Monat müssen Auszubildende dort rechnen. Eine Ausbildungsvergütung gibt es aber in beiden Fällen nicht. Ein Stipendium kann hier aushelfen. Ansonsten können Azubis auch Bafög beantragen. Sorgen um einen Job müssen sich die wenigsten Azubis nach ihrer Ausbildung machen. Wie in den meisten Gesundheitsbereichen werden Fachkräfte gesucht. "Wer räumlich flexibel ist, bekommt morgen einen Job", sagt Andreas Pfeiffer, der Sprecher des Deutschen Verbands technischer Assistenten in der Medizin. Insbesondere medizinisch-technische Radiologieassistenten würden gebraucht. "Es wird einen zunehmenden Bedarf an MTA in der Strahlentherapie und Röntgenmedizin geben", sagt Pfeiffer. Denn die Strahlentherapie entwickle sich rasant weiter.

Im Laborbereich werde der Bedarf in den nächsten fünf Jahren dagegen etwa gleich bleiben, schätzt Pfeiffer. In Laboratorien werden zunehmend Maschinen und Roboter eingesetzt. Das bedeutet, dass sich der MTA-Beruf weiter in Richtung Informationstechnik entwickelt. Auch in der Tiermedizin dürfte sich der Bedarf an Fachkräften nach Ansicht des Experten eher wenig verändern, so Pfeiffer. In diesem Bereich untersuchen MTA ähnlich wie im Labor Gewebe, Organe und Blut — nur eben von Tieren. Bessere Aussichten haben Azubis in der Funktionsdiagnostik: Aufgrund der demografischen Entwicklung würden Untersuchungen wie Hörtests zunehmen.

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Autor: Vivian Leue (dpa)