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19. Juli 2012

"Gegen die Jungs zu spielen, ist einfach cool"

Die Mädchen, die beim FC Löffingen in der Bunten Liga kicken, haben keinen Pass, aber sie sprühen vor Spielfreude.

  1. Ein wilder Haufen – die Mädels der Bunten Liga des FC Löffingen mit Trainer Roland Sattler. Foto: simoneit

JUGENDFUSSBALL. Sie kicken in der Bunten Liga, besitzen keinen Spielerpass, aber wenn sie auflaufen, haben sie nur ein Ziel vor Augen: "Gegen Jungs zu spielen ist einfach cool. Wir wollen sie fertig machen." Auch wenn die Mädels vom FC Löffingen dieses Ziel beim letzten Aufeinandertreffen noch knapp verfehlten, sind die Nachwuchskickerinnen nicht entmutigt. "Die haben halt einen starken Schuss, die Jungs", erklärte Trainer Roland Sattler, davor schrecke manche Spielerin noch zurück.

Was am 7. Mai 2009 noch als kurze Spielerei gedacht war, entwickelte sich zum Erstaunen des Trainers schnell zu einem regelrechten Flächenbrand in Löffingen. Immer mehr Mädchen stürmten die Fußballanlage an der Stadionstraße. Am Schluss waren es 28 Begeisterte, davon wollten acht Spielerinnen mehr, als nur so zum Spaß trainieren. Sie wollten einen Spielerpass, in der Runde um Tore, Punkte und Siege kämpfen. "Die habe ich dann nach Reiselfingen vermittelt", erinnert sich Sattler.

Ein nachlassendes Interesse konnte er aber bei den übrigen Spielerinnen nicht feststellen. Mittlerweile ist die Zahl seiner Schützlinge auf 24 angewachsen. Die D-Jugend spielt sogar schon mit Torfräulein. Katharina (12 Jahre) hat keine Angst vor scharfen Bällen, schmeißt sich mutig jedem Schuss entgegen. Dafür erntet sie von ihren Kameradinnen bewundernden Applaus. In der E-Jugend ist dagegen alles erst noch im Aufbau.

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Aufwärmen, Technik und Taktik steht jeden Donnerstag auf dem Programm. Dabei beweist Sattler eine große Portion Ruhe und Gelassenheit. Denn es kommt nicht selten vor, dass seine Mädels wie ein Bienenschwarm alle urplötzlich gleichzeitig am Ball sind. Kommt dann sein Kommando "stopp" und die Frage: "So, und wo steht ihr?", dann ist die Verwunderung groß, hält aber nicht lange an. Zu groß ist eben die Versuchung, stets das Beste zu geben. Auch die wiederholten Ansagen ("Was ihr lernen müsst – führen, kontrollieren, passen") verhallen schon mal unbeachtet über dem Platz.

Der Spaß am Ball soll eben das Ziel sein. "Ich sehe das aus Kinderaugen", sagt Sattler. "Aber eine Weiterentwicklung bei der D-Jugend ist deutlich zu sehen. Jetzt sind sie richtig verrückt."

Denn ihre Idole heißen inzwischen Cacau, Khedira, Ribery, aber auch Alexandra Popp. Sie hat es als starke Stürmerin in die Nationalmannschaft geschafft und gewann als beste Torschützin 2010 bei der Weltmeisterschaft 2010 den Goldenen Schuh.

Autor: Heidrun Simoneit