Gegenwind für die geplante Kreisstraße zwischen Lahr und Ringsheim

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Do, 08. November 2018 um 19:02 Uhr

Lahr

Aus Langenwinkel, Kippenheimweiler und Sulz kommen Bedenken zur geplanten Umfahrungsstraße. Das Landratsamt verspricht Lärmschutz.

Die Planung für die neue Kreisstraße zwischen Ringsheim und Lahr stößt auf Kritik. Roland Gäßler vom Landratsamt hat die Ideen für die Umfahrung auf Wunsch der Stadt Lahr am Mittwoch im Technischen Ausschuss vorgestellt. Gegenwind kam nicht nur aus Langenwinkel. Auch Kippenheimweiler und Sulz befürchten Nachteile.

Eines machte der Leiter des Straßenbauamts deutlich: "Ohne die ausdrückliche Zustimmung der Stadt wird nichts passieren." Geplant ist eine zehn Kilometer lange Umfahrungsstraße zwischen Bahnlinie und Autobahn. Die neue Kreisstraße 5344 soll an der Nordumfahrung Ringsheim der B 3 beginnen, an die Kreisstraße bei Kippenheimweiler anschließen, weiterführen zum Sulzer Kreuz und zum südlichen Ortseingang Langenwinkels. Ziel: weniger Verkehr in den Ortsdurchfahrten von Kippenheim, Kippenheimweiler, Orschweier, Mahlberg und Ringsheim. Mehr Verkehr werde es indes durch die Anbindung an Langenwinkel geben. Als Ausgleich stellte Gäßler umfangreichen Lärmschutz in Aussicht.

"Wir werden als Gewinner gewertet. Das sehen wir aber nicht so", Tobias Fäßler, Ortsvorsteher Kippenheimweiler


"Bei allem Verständnis für Kippenheim müssen wir auch auf unseren Kirchturm schauen", sagte Langenwinkels Ortsvorsteherin Annerose Deusch (Freie Wähler). Sie wolle den Bau nicht verhindern, plädierte aber für eine frühere Variante, die Langenwinkel nicht belastet. Kritik gibt es auch aus Kippenheimweiler: "Wir werden als Gewinner gewertet. Das sehen wir aber nicht so", betont Ortsvorsteher Tobias Fäßler. Die neue Planung der Straße rücke näher an den westlichen Lahrer Stadtteil heran.

"Hier geht es nicht um den Neubau einer Kreisstraße, sondern einer Bundesstraße", meint SPD-Stadtrat Roland Hirsch mit Blick auf die erwartete Verkehrsbelastung. Nicht nur für Langenwinkel befürchtet er erhebliche Nachteile, sondern auch für den Lahrer Stadtteil Sulz. Er sieht die Gefahr, dass die Strecke vom Sulzer Kreuz über den Langenhard dann vermehrt genutzt wird. Die Bedenken von Dorothee Granderath und den Grünen führen noch weiter: "Der Neubau wird neuen Verkehr anziehen. Und er zerschneidet die Landschaft in unverantwortlicher Weise."

Zu der Sitzung waren auch Ortschaftsräte aus Langenwinkel, Kippenheimweiler und Sulz eingeladen. Wolfgang Eichler brachte die Position der Langenwinkler auf den Punkt: "Einer bekommt eine positive Lösung, ein anderer wird dafür bestraft. Das kann doch nicht sein."

"Wir sind grundsätzlich offen für andere Lösungen", betonte Gäßler. "Auch Langenwinkel soll ein Gewinner werden." Im nächsten Jahr ist eine Infoveranstaltung für Bürger geplant. Bereits im Dezember will das Landratsamt mit Landwirten in Kontakt treten, weil Agrarflächen für die neue Trasse benötigt werden. Der Ortenaukreis rechnet mit Gesamtkosten von 22 Millionen Euro. Zehn Millionen sollen vom Land kommen, zehn Prozent von den Kommunen.