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02. Mai 2010 16:42 Uhr

Trafo-Transport durch Wehr

Gekonnte Manöver durch Kurven und Kreisel

Schwerlast-Spektakel in Wehr: Ein speziell kontruiertes Fahrzeug mit 82 Achsen war nötig, um einen kolossalen Trafo vom Bahnhof Brennet zum Kavernenkraftwerk zu transportieren. Ob alles klappte?

Nun steht auch der zweite Trafo im Kavernenkraftwerk in Wehr. Beinahe auf den Tag genau vier Jahre nach dem ersten Schwertransport durch Wehr wiederholte sich das Schauspiel am gestrigen Sonntag – allerdings ohne die Panne, die den Transport damals um einen Tag verzögerte. Im Mai 2006 war eine der Zugmaschinen ausgefallen und musste ausgetauscht werden.

Das kann bei so alten Maschinen schon mal passieren. 37 Jahre haben die Hydro-Selbstfahrer, wie die Zugmaschinen heißen, auf dem Buckel. Sie sind genauso alt wie die alten Transformatoren im Schluchseewerk. Eigens für deren Transport wurden sie damals gebaut. Auf einen normalen Lkw passt so ein Trafo nämlich mit seinen 375 Tonnen Gewicht nicht drauf. 32 Achsen, bis zu 83 Meter Länge, knappe 700 Tonnen Gesamtgewicht und rund 3000 PS – allein die Daten des Schwertransports, der sich am Sonntag vom Bahnhof in Brennet zum Kavernenkraftwerk bewegte, machen deutlich, um was für ein Monstrum es sich dabei handelte. Einige hundert Schaulustige machten sich direkt vor Ort ein Bild von diesem beeindruckenden Schauspiel. Mit so einem Ungetüm kommt man nämlich nicht überall mal so eben durch.

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Keine Kollision mit dem Weißen Sonntag

Und nach dem Motto "irgendwie wird es schon passen" funktioniert so ein Transport schon gar nicht. Da muss genau geplant werden, wie man durch die Straßen manövriert. Zuständig für diese Planung war Diplom-Ingenieurin Veronica Wolf vom Transportunternehmen HCS in Hanau. Nicht um jede Kurve kam der Transport einfach rum. Teilweise musste in eine Straße vorwärts rein- und rückwärts wieder in eine andere Straße rausgefahren werden. Da aber an beiden Enden ein Hydro-Selbstfahrer angebracht war, fuhr der Transport eigentlich immer vorwärts.

Um 8 Uhr startete der Transport in Brennet. Eine Stunde früher als ursprünglich geplant. In Öflingen wurde weißer Sonntag gefeiert, da sollte das Monstrum durch sein, bis der Gottesdienst begann.

Drei zusätzliche Zugmaschinen am Schlussanstieg

Und es lief wie am Schnürchen – der Regen übrigens zeitweise auch. Schon gegen 10 Uhr war der neuralgische Punkt schlechthin, der Kreisel beim Gewerbezentrum Wehra, erreicht. "Wir wollen bei dem miesen Wetter alle wieder nach Hause", erklärte Veronica Wolf das Tempo. Der Kreisel war eigens von Fahnen befreit und einigermaßen eingeebnet worden. Und mit etwas Rangieren kam der Mega-Laster auch dort recht problemos durch.

Für das letzte Stück Richtung Kavernenkraftwerk wurden dann noch drei zusätzliche Zugmaschinen angehängt, weil die Steigung sonst zu groß gewesen wäre.



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Autor: kf