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03. Juli 2010

Minizinsen beim Bausparen

Stiftung Warentest hat erneut geprüft: Bausparkombikredite sind besser als ihr Ruf.

  1. Für den Hausbau muss in der Regel ein Kredit bei einer Bank oder Bausparkasse aufgenommen werden. Foto: schwäbisch hall

Baugeld ist so günstig wie noch nie. Aber wie lange noch? Mit Bausparkombikrediten lassen sich Minizinsen bis zu 30 Jahre lang festschreiben. In der Vergangenheit bekamen solche Tarife wegen Zinstricksereien meist schlechte Kritiken. Laut neuer Studie der Stiftung Warentest sind die Angebote inzwischen aber deutlich besser geworden.

Erst mit geringem Zins über viele Jahre ansparen, später mit geringem Zins ein Darlehen bekommen. Das ist das klassische Prinzip der Bausparkassen. Bei einem Bausparkombikredit gibt es sofort Geld: Die Kombi besteht aus einem Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen, mit dem die Bausparkasse die notwendige Bausparsumme vorfinanziert. Der Kunde zahlt bis zur Zuteilung des Gelds doppelt: Einerseits die normalen Raten für den Bausparvertrag, andererseits die Zinsen für das Vorausdarlehen. Die später zugeteilte Bausparsumme (Guthaben plus Bauspardarlehen) wird verwendet, um das Vorausdarlehen abzulösen. Fortan zahlt der Baufinanzierer nur noch Raten für das Bauspardarlehen. Diese sind beim sogenannten Konstantmodell genau so hoch wie die monatliche Belastung vorher. Über diese Kombination können Bausparkassen über 30 Jahre gleichbleibende Raten und gleichbleibende Zinsen anbieten.

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Schon in der Vergangenheit warben Bausparkassen damit, sie würden ausgesprochen günstige Zinsen im Vergleich zu Banken bieten. Allerdings hatten die Angebote oft Haken, weil die Sparraten oder die Abschlussgebühren im Effektivzins nicht berücksichtigt wurden. Die Folge: "Die Zinsangaben hatten mit den tatsächlichen Kreditkosten nichts zu tun", so Jörg Sahr, Finanzierungsexperte der Stiftung Warentest. Der tatsächliche Effektivzins lag bis zwei Prozentpunkte über den Angaben der Bausparkassen.

Nun hat die Stiftung Warentest erneut die Angebote untersucht und spricht im aktuellen Magazin Finanztest Spezial Eigenheim von einer kleinen Sensation: Die Kombikredite der Bausparkassen seien oft günstiger als vergleichbare Bankkredite. Die günstigste Bausparkasse kam bei einer Finanzierung über 24 Jahre auf einen Gesamteffektivzins von rund vier Prozent, zahlreiche andere Bausparkassen lagen bei vergleichbaren Zeiträumen noch unter 4,5 Prozent effektiv. "Dafür gab es bei den meisten Banken und Kreditvermittlern bestenfalls einen Kredit mit zehn oder 15 Jahren Zinsbindung", so Sahr. "Selbst die günstigsten Banken konnten mit den Topangeboten der Bausparkassen nicht mithalten."

Die Testdaten wurden im Januar erhoben. Seitdem ist das Zinsniveau weiter gesunken. Wer aktuell das beste Angebot finden will, muss sich bei Bausparkassen den Gesamteffektivzins nennen lassen. Nur damit können die Bausparangebote untereinander und mit dem Effektivzins von Bankangeboten verglichen werden. Sahr sagt: "Ein Bausparkombikredit kann sich vor allem dann lohnen, wenn der Kunde voraussichtlich 20 Jahre und länger für die Rückzahlung braucht und kein Zinsrisiko eingehen will. Erste Wahl sind die Kombikredite mit Riesterförderung, sofern der Kunde sie beanspruchen kann." Bei Riesterverträgen ist die Angabe des Gesamteffektivzinses laut Stiftung Warentest sogar Pflicht.

Autor: Andreas Kunze