Mit Gewinn leben

So können Arbeitnehmer mit dem Jobticket Steuern sparen

Jörg Strötzel

Von Jörg Strötzel

So, 26. August 2018 um 17:37 Uhr

Beruf & Karriere

Viele Pendler nutzen Bus und Bahn. Das ist umweltfreundlich – und der Chef kann es auch noch fördern, zum Beispiel durch ein Jobticket.

Das Jobticket ist eine Zeitfahrkarte, die ein Unternehmen beim zuständigen Verkehrsbetrieb erwirbt, um sie an die Mitarbeiter weiterzureichen. Das Gute daran: Oft gewährt das Verkehrsunternehmen Rabatte. Doch wie ist das mit der Steuer?

Reicht der Chef das Ticket zu dem Preis weiter, den er verhandelt hat, muss der mögliche Rabatt nicht versteuert werden. Übernimmt er dagegen die Jobticket-Kosten ganz oder teilweise, erhält der Mitarbeiter einen geldwerten Vorteil, auf den grundsätzlich Steuern und Abgaben zu zahlen sind. Das hängt aber davon ab, wie hoch der Vorteil ist. Liegt die Summe aller gewährten Vorteile monatlich unter 44 Euro, ist alles steuer- und abgabenfrei. Wird das Limit gesprengt, ist der volle Betrag steuer- und abgabenpflichtig.

Was also tun, wenn das spendierte Jobticket monatlich teurer als 44 Euro ist? Der Arbeitnehmer kann sich an den Kosten beteiligen, sodass die 44-Euro-Marke wieder eingehalten wird und der geldwerte Vorteil steuer- und abgabenfrei bleibt.

Und noch etwas: Hat das spendierte Jobticket eine längere Geltungsdauer, so fließt dem Beschäftigten der komplette geldwerte Vorteil in der Regel zu, sobald ihm die Karte überreicht wird. Bei einem Jahresticket bedeutet das, dass die monatliche 44-Euro-Grenze sicher überschritten wird, da der gesamte geldwerte Vorteil bei der Aushändigung wirksam wird und nicht verteilt über die Monate hinweg.

Jörg Strötzel ist Steuerberater und Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH). Die VLH erstellt für ihre Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Die Beratungsstelle finden Sie unter http://www.vlh.de