Daten zum Grundwasser

Gemeinderat will Grundwassermodell in Auftrag geben

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Do, 12. Juli 2018

Freiburg

Wasser im Keller – mit diesem Problem müssen sich rund 60 Hausbesitzern in Landwasser herumschlagen. Nun hat der Gemeinderat beschlossen, ein Grundwassermodell in Auftrag zu geben, um Daten und Fakten an der Hand zu haben. Bis nächsten Mai soll es vorliegen.

Seit 2008 und 2011 löchrige Abwasserkanäle saniert wurden und kein Grundwasser mehr aufnehmen, ist der Grundwasserspiegel gestiegen. Manchen Hausbesitzern an Habicht- und Bussardweg bleibt nur, das Wasser im Keller auszupumpen oder dichte Betonwannen fürs Untergeschoss zu bauen. 26 Hausbesitzer haben die Innenabdichtungen schon machen lassen und insgesamt 550 000 Euro bezahlt – doch eine Garantie auf trockene Keller haben sie trotzdem nicht.

Bislang lehnte es die Stadtverwaltung ab, sich an den Sanierungen zu beteiligen. Darob entbrannte ein jahrelanger Streit zwischen der Stadt und der "Interessengemeinschaft Grundwasser" inklusive Gerichtsurteilen (die BZ berichtete mehrfach). Am Dienstag diskutierte der Gemeinderat – und beschloss auf Antrag von Freiburg Lebenswert/Für Freiburg, CDU, SPD, Unabhängige Listen und Freie Wähler, ein rund 60 000 Euro teures Grundwassermodell in Auftrag zu geben. "Damit haben wir endlich mal verlässliche Daten und Fakten", so Gerlinde Schrempp von Freiburg Lebenswert.

Mitte März hatten die Stadträtinnen und -räte mit Gutachter Thomas Schweizer gesprochen, der technischen Lösungen für das Problem untersucht hatte. Möglich wäre eine 90 000 Euro teure Querdrainage in der Nähe der Albert-Schweitzer-Schulen, auf die Bürgerverein und Interessengemeinschaft große Hoffnungen setzen. Möglich sei auch, so der Gutachter, mit einer neuen Technik namens HDD-Verfahren ("Horizontal-Directional Drilling") 26 Horizontalbohrungen über mehrere hundert Meter unter den Häusern zu machen und so den Grundwasserspiegel flächig abzusenken. Kosten: mehr als eine Million Euro.

Nun wollen die Stadträte abwarten, was das Grundwassermodell hergibt. "Das ist eine geeignete und preiswerte Maßnahme, um alles Weitere abzuschätzen", so Ernst Lavori (SPD). Die zustimmenden Redebeiträge der anderen Fraktionen verfolgten auf der Zuschauerempore auch Mitglieder der "Interessengemeinschaft Grundwasser" – in der Hoffnung, der Lösung ihres Problems wirklich einen Schritt näher gekommen zu sein.