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24. Juni 2017

Bürger sammeln Unterschriften gegen Klinikschließung

Gengenbacher wehren sich gegen Überlegung des Landkreises, das Klinikum Gengenbach zur Kostendämpfung abzuwickeln.

  1. Das Klinikum Gengenbach Foto: Ortenau-Klinikum

GENGENBACH (BZ). Überlegungen des Landkreises als Träger der Einrichtung, das Gengenbacher Krankenhaus zu schließen, zeitigen eine Reaktion. Gengenbacher Bürger starten eine Unterschriftenaktion für dessen Erhalt .

Kreisrat und Kreisverwaltung überlegen derzeit, wie sie die strukturelle Unterfinanzierung der neun Kreiskliniken ändern können. Derzeit betrage sie zehn Millionen Euro jährlich, Tendenz steigend. Das Gengenbacher Krankenhaus ist in Einsparungsszenarien des Landkreises von der Teilschließung bedroht. Aus einem Krankenhaus mit Notaufnahme, innerer Medizin und Orthopädie würde ein Haus für Kurzzeitpflege und Langzeitbeatmungsplätzen entstehen. Künftig wäre der Standort Offenburg für Notfälle zuständig. Auch eine operative orthopädische Versorgung müsste dann in anderen Kliniken stattfinden, schreibt die Gengenbacher Initiative in ihrem Aufruf. "Es sind ganz unterschiedliche negative Auswirkungen, mit denen wir rechnen müssten, wenn die aktuellen Pläne umgesetzt würden – nicht nur in Gengenbach, sondern im ganzen vorderen Kinzigtal", betont Gerdi Himmelsbach, eine der Initiatoren der Unterschriftenaktion. "Das so oft betonte Wohl des Patienten wird bei den Einsparungsbemühungen aus unserer Sicht völlig außer Acht gelassen", beklagt sie. Für Patienten würden die Wege zur Erstversorgung bei Notfällen deutlich weiter. "Wir befürchten, dass sich die Wartezeiten dramatisch verlängern werden", so Himmelsbach. "Sowohl als Mutter wie auch als Erzieherin in einem Kindergarten sehe ich Wege und Wartezeiten kritisch."

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Die Gengenbacher Orthopädie stehe für Qualität, betont Himmelsbach. Die Orthopädie werde ergänzt durch eine Abteilung für innere Medizin, wodurch auch eine Notaufnahme abgedeckt sei. Kurzen bürokratische Wege, der familiäre Umgang miteinander und eine hohen Patientenzufriedenheit sprächen ebenfalls für den Standort. Die Initiatoren sorgen sich um Arbeitsplätze. Auch die Gengenbacher Apotheken und der Sanitätsfachhandel müssten mit Einbußen rechnen ebenso wie Hotellerie und Gastronomie.

"Nach dem einstimmigen Beschluss des Stadtrates Gengenbach (. . . ) , den Standort Gengenbach als Klinik zu erhalten und sogar zu stärken, möchten wir Initiatoren mit den gesammelten Stimmen diese Entscheidung unterstützen," so Himmelsbach. Bis Mitte Juli sollen Stimmen mit Unterschriftenlisten gesammelt werden. Sie liegen in Banken, Sparkassen, Apotheken, Seniorenheimen, Geschäften und öffentlichen Einrichtungen in Gengenbach, Berghaupten und Ohlsbach, sowie dem vorderen Kinzigtal aus.

Außerdem wurde eine online Petition gestartet zur Protestbekundung im Internet http://www.openpetition.de/!klinik

Autor: bz