"Es ist wichtig, Druck zu machen"

Harald Rudolf

Von Harald Rudolf

Mo, 04. Juni 2018

Offenburg

Bündnis "Für den Erhalt und Ausbau der Ortenauer Krankenhäuser" ruft zu Teilnahme an Demonstration in Offenburg auf.

OFFENBURG/GENGENBACH. Nach Stationen in allen betroffenen Klinikstandorten hat das Bündnis "Für den Erhalt und Ausbau der Ortenauer Krankenhäuser" am vergangenen Samstag abschließend in Gengenbach Präsenz gezeigt, um "gemeinsam auf die Straße zu gehen". Am Samstag, 9. Juni, ist eine finale Demonstration in Offenburg angekündigt. Am 12. Juni wird der Krankenhausausschuss des Ortenaukreises über die Agenda beraten.

"Wie bereits bei dem Modell Landrat, fehlt uns nun auch für die im Juni geplante Abstimmung die Diskussionsgrundlage für die Bevölkerung", schreibt das Bündnis in dem Aufruf zur Demo in Offenburg. Es gehe um die Gesundheitsversorgung von mehr als 420 000 Ortenauer Bürgerinnen und Bürger. "Genau diese müssen in der Diskussion gehört werden." Es gehe zudem auch um eines der Grundprinzipien der Demokratie. Denn vor jeder Entscheidung müsse ein offener Diskussionsprozess geführt werden und alle Fakten auf den Tisch kommen.

"Stück für Stück wollen sie unsere Krankenhäuser nehmen und am Ende werden sie uns was von Privatisierung erzählen, so wie sie es in Villingen-Schwenningen gemacht haben", sagte Yannik Hinzmann vom Bündnis auf der Kundgebung zur besten Marktzeit in Gengenbach. Dann werde es noch weniger Kliniken im Ortenaukreis geben und die Arbeitsbedingungen noch schlechter.

"Es liegt also an uns zu fragen, lassen wir uns unsere Kliniken wegnehmen? Fallen wir auf die Salamitaktik und die leeren Versprechungen von Keller, Scherer und einigen Kreisräten herein? Oder machen wir endlich das, was den Herrschaften dort oben wirklich Angst macht und gehen auf die Straße", rief Hinzmann ins Mikrofon. Der in Gengenbach geborene Hinzmann stand abseits des Markttreibens, flankiert von einigen jungen Mitstreitern. Die befahrene Straße lag zwischen der kleinen Kundgebung und den vielen Menschen auf dem Marktplatz. Wo man unterschreiben könne, fragten einige – auch ältere – Passanten: "Wir würden unterschreiben." Unterschriftensammlungen habe es gegeben und vereinzelte würden nichts erbringen, erklärten die Vertreter des aus der Ortenauer Linken, der IG Bau Südbaden, des Ortsvereins Offenburg von Verdi sowie der Linksjugend und der Roten Aktion Ortenau bestehenden Bündnisses. Die Teilnahme an der Demonstration in Offenburg am Samstag, um 14 Uhr am Busbahnhof beginnend, wurde nahegelegt.

"Die Stimmung ist da", sagte Emma Stacey vom Bündnis. "Es ist wichtig, Druck zu machen." Um den Mitgliedern des Ausschusses zu zeigen, dass es um uns, um den Menschen geht, rufe man zu der Demo auf. Stacey wies in ihrer Rede daraufhin, dass ein Umbau des Ortenau-Klinikums keine Entlastung des Personals bedeute. Durch Schließungen gebe es längere Anfahrtswege, zudem seien die Pläne ja nicht dafür, "dass noch mehr Pflegekräfte eingestellt werden, sondern dass man welche einspart." "Die Politiker, die jetzt sagen, Schließungen sind alternativlos, sind ja in den Parteien, denen sie die Mitschuld an den Schließungen geben", sagte Hinzmann.