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26. Juli 2011
Führt zu Bettlägerigkeit
KULTURSOMMER 2: Partnerberatung mit den Melodisteln.
GENGENBACH. Mit sichtlicher Lust und Leidenschaft haben sich die "Melodisteln", Martina Göhring und Ernst Seitz, am Freitagabend im Bankettraum des Gengenbacher Schwarzwaldhotels um das heiße Thema Liebe gedreht. Nix war’s mit der Romantik unterm Sternenzelt: Wenn die Wettergötter den ganzen Tag lang ihre Gießkannen ausschütten, dann muss ein als Open-Air angekündigtes Event zwangsweise unters Dach umsiedeln.
Dem Streifzug durch die Welt der Liebe, den Martina Göhring, auch bekannt als frühere Hälfte des Duos Maul und Clownseuche, und Ernst Seitz mit ihrem Programm "Das Partnerkarussell" unternehmen, tat das aber keinen Abbruch: pikant, bissig, satirisch geht es da zu.
"Lieber sechs Richtige als einmal den Falschen", tönt die Devise frech. Gemeint ist der Traum von idealen Mann, dem doch irgendwie alle Frauen hinterherlaufen. In welche fixen Ideen sie sich dabei oft verrennen, das brachten die Melodisteln in knapp zwei Stunden witzig auf den Punkt. Immer wieder überraschend war dabei die Wandlungsfähigkeit, die beide dabei an den Tag legen.
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So schlüpft der gut gebaute Pianist mühelos in die Rolle der naiv-fistelnden Freundin Moni, während seine zierliche Partnerin stimmlich den hammerharten Vamp gibt. Mit ihren vor Sarkasmus triefenden Aphorismen sucht sie die Antwort auf die Frage: "Liebe, was ist das denn?". Phänomenal? Seelischer Herpes? Chemische Formel? Freiwillige Blindheit? Eine Krankheit, bei der beide ins Bett müssen? Zu einer endgültigen Antwort finden die beiden natürlich nicht. Dafür lassen sie aber die Zuschauer teilhaben an mancherlei Missgeschicken, die sich bei der Partnersuche einschleichen können. Ob es der berühmte Blitz ist, der unversehens beim Blick in zwei stahlblaue Augen einschlagen kann, das sich rasant drehende Liebeskarussell, bei dem Frau schon mal die Namen der einzelnen Männer durcheinanderbringen kann, oder die Welt der Internet-Partnerbörsen – überall lauern Pleiten, Pech und Pannen, so dass als Ausweg nur die heiße Liebe zur Kartoffel übrigbleibt, der die Melodisteln einen gewagten Striptease verordnen. Trost suchen die beiden unglücklich Irrenden dann letztendlich in den großen Dramen der Opern und geben mit gekonntem Timbre mehrere Arien von Papageno & Co zum Besten, um dann doch wieder im Universum des Cyber-Chats zu landen. Die Melodisteln stellten ihre Entertainer-Qualitäten mit Tiefgang unter Beweis.
Autor: ulb
