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16. Dezember 2011
Und kaum je ein Horizont
Fotograf Daniel Schlindwein zeigt die Oberrheinlandschaft zwischen Vertrautheit und Befremden.
GENGENBACH. Mit viel Schwung ist der Fotograf Daniel Schlindwein schon vor dem Abschluss seines Studiums im Fachbereich Medien und Gestaltung an der Fachhochschule Bielefeld in den Ausstellungsbetrieb gestartet. Waren anfangs die Verbindungen des Vaters Manfred Schlindwein, der ein erfolgreicher Holzdruck-Künstler ist, hilfreich, so sind es jetzt die Arbeiten selbst, die überzeugen.
Seine ersten Schritte in der Fotografie machte der junge Schlindwein im Fotodesign-Studio von Axel Bleyer in Ohlsbach, dann folgten Besuche der Schule für Gestaltung in Basel, der freien Hochschule für Grafik-Design in Freiburg, der Schule für Foto-Design Pforzheim und von 2004 bis 2010 der Fachhochschule in Bielefeld. Die Fotoserie für das Bielefelder Diplom, "An eine Landschaft" betitelt, wurde mit sehr gut bewertet. Derzeit sind Arbeiten von Daniel Schlindwein in der Mediclin-Staufenburg-Klinik in Durbach zu sehen.
Der Gengenbacher geht auf die Pirsch, wenn das Licht stimmt. Seine Werkzyklen befassen sich mit dem Thema Landschaft, vorzugsweise jener der Altrheinauen zwischen Meißenheim und Ichenheim. Die Diplom-Serie thematisiert die Spuren menschlicher Zivilisation, hier ein Wegweiser, dort eine gestreifte Warn-Bake im Dickicht. Eine weitere Serie lotet das Verhältnis von Natürlichkeit und Künstlichkeit in der Natur aus. Daniel Schlindwein fühlt sich in der vertrauten Landschaft wohl, eine Grundvoraussetzung für die einfühlsam-kraftvollen Arbeiten, die weit davon entfernt sind, so etwas wie Heimatidyll zu zeigen. Eher kommt die Verbundenheit mit der Landschaft in der Unmittelbarkeit der Arbeiten zum Ausdruck, die den Betrachter ins Bild mit hinein nimmt, großer, naher Vordergrund und kaum je ein Horizont.
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Der neueste Zyklus, der zurzeit in Durbach zu sehen ist, inszeniert die Landschaft bei Nacht. Dank künstlicher Lichtquellen schafft Schlindwein eine theatralisch-poetische Szenerie, die der Nacht Farbe zugesteht: Herausgehobene Pflanzen im Vordergrund, im Übrigen vermittelt das Gestrüpp im Einerlei des nächtlichen Grau nur eine Ahnung von sich.
Seit 2009 ist der 1980 geborene Fotokünstler Mitglied des Künstlerkreises Ortenau und wurde vor wenigen Monaten auch in den Berufsverband bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK Südbaden) aufgenommen. Vor wenigen Wochen erst erhielt er ein Stipendium des "Professional Imagers Club", eines Fotografen-Verbandes, der jährlich bis zu acht Stipendien an Nachwuchsfotografen vergibt. Damit wird die Teilnahme an Fach-Workshops ermöglicht.
Autor: S. Ramm-Weber
