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24. Oktober 2008

"Wir haben Gewerbeflächen für alle Branchen"

BZ-INTERVIEW: Bürgermeister Michael Roschach über Gengenbachs Ziel, als Wirtschaftsstandort stärker ins Bewusstsein zu rücken.

GENGENBACH. Mehr als 100 Vertreter der Gengenbacher Unternehmen trafen sich mit der Verwaltung und den Gemeinderatsmitgliedern, um gemeinsam zu überlegen, wie Gengenbach als Wirtschaftsstandort ins öffentliche Bewusstsein gebracht und neue Unternehmen gewonnen werden können. Über die Hintergründe und die Zielsetzungen sprach Robert Ullmann mit dem Gengenbacher Bürgermeister Michael Roschach.

BZ: Herr Roschach, wozu diese Initiative?
Roschach: Man kennt Gengenbach als schöne Stadt mit bester Gastronomie, man kennt das Kulturangebot. Aber Gengenbach als attraktiver Wirtschaftsstandort ist nicht so bekannt. Vor dem Zusammenbruch der alten Hukla zu Beginn des Jahrzehnts war das auch nicht so sehr Thema. Durch die damalige Situation mit Hukla als großem Arbeitgeber mit 1700, 1800 Beschäftigten und einem entsprechenden Platzbedarf hat sich keine gute Mittelstandsstruktur herausgebildet. Das wollen wir nun erreichen. Wir sind inzwischen in der Lage, Gewerbeflächen für alle Branchen anzubieten.

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BZ: Wo gibt es diese Flächen?
Roschach: Teils auf dem früheren Hukla-Gelände. Von den früheren 150 000 Quadratmetern Hukla-Flächen sind 90 000 Quadratmeter frei, teils mit großen Hallen. Dazu kommt das Interkommunale Gewerbegebiet Gengenbach-Ohlsbach-Berghaupten mit 30 Hektar. Beide Flächen haben durch die neu gebaute Nordspange eine ausgezeichnete Anbindung an die B 33. Über die Initiative "WISO Gengenbach – Wirtschaftsstandort mitten in Baden" wollen wir das nach außen bringen. Überdies haben wir eine gute Infrastruktur – alle Energiearten, TDSL-Kommunikation – und verbessern auch die weichen Standortfaktoren ständig. Wichtig sind für uns auch der Campus und die Hochschule, die über Praktika und Doktorarbeiten beste Kontakte zu künftigen Fachkräften bietet. Bei dem Treffen am Donnerstag waren 120 Firmenvertreter anwesend, darunter auch Vertreter einer wichtigen Neuansiedlung, die das Kraftwerk übernommen hat.
BZ: Was wird als nächstes konkret passieren?
Roschach: Es gibt eine Art Ausschuss aus Firmen- und Stadtvertretern, die Aktionen planen wird. In den nächsten Wochen wird eine Werbetafel an der B 33 unter dem WISO-Logo Veranstaltungen in Gengenbach bewerben. Weiter ist an eine Anzeigenserie gedacht unter dem Motto "WI(e)SO Gengenbach", in der Unternehmer oder andere bekannte Persönlichkeiten darlegen, wieso sie Gengenbach bevorzugen. Unter http://www.wiso-gengenbach.de gibt es die Fakten zu dem, was wir zu bieten haben.
BZ: Was wollen Sie bis in zehn Jahren erreicht haben?
Roschach: Aktuell haben wir in Gengenbach 3650 Beschäftigte, davon 30 Prozent im produzierenden Gewerbe, 20 Prozent im Handel, 50 Prozent in der Dienstleistung. Das Pflege- und Betreuungsheim Ortenau und die Klinik sind nach der Hukla die größten Arbeitgeber in Gengenbach. Bis in zehn Jahren wollen wir die Hukla-Brache an Gewerbe- und Handelsbetriebe vermittelt haben. Im Bereich der weichen Faktoren wollen wir Ganztagesformen für alle Schularten. Das Kraftwerk soll bis dahin umgebaut sein und mit erneuerbaren Rohstoffen betrieben werden. Derzeit wird dort unter anderem noch leicht schadstoffbelasteten Altholz verbrannt. Wir wollen Unternehmen, die in ihrer Philosophie wie in ihrer Praxis ökologisch ausgerichtet sind. Wir werden neben Gewerbeflächen auch Wohnraum anstreben. Sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sollen in Gengenbach ihren Lebensplatz finden.

Autor: rab