Gericht verurteilt Einbrecher

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Do, 11. Oktober 2018

Efringen-Kirchen

Kosovo-Albaner muss wegen mindestens drei Taten für ein Jahr und fünf Monate ins Gefängnis.

RHEINFELDEN / EFRINGEN-KIRCHEN / FISCHINGEN. Wegen zwei Wohnungseinbrüchen und einem versuchten Einbruch ist ein 36 Jahre alter Kosovo-Albaner am Amtsgericht Lörrach zu einem Jahr und fünf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Zwei weitere Taten, die ihm die Staatsanwaltschaft vorgeworfen hatte, ließen sich nicht nachweisen. Diesbezüglich stellte das Gericht das Verfahren ein.

Am Abend des 10. Oktober 2016 hatte der Angeklagte zwischen 18 und 20 Uhr ein Badezimmerfenster in Fischingen eingeschlagen und war in das Wohnhaus eingedrungen. Zuvor hatte er einen Bewegungsmelder funktionsunfähig gemacht. Er stahl Bargeld im Wert von rund 900 Euro. Am 22. Oktober brach er ebenfalls am frühen Abend in ein Haus in Efringen-Kirchen ein. Auch dort schlug er ein Fenster ein. Gestohlen hat er Bargeld und Schmuck im Wert von rund 3000 Euro.

Am 18. November 2016 schlug er eine Scheibe eines Hauses in Rheinfelden-Nordschwaben ein und drang auch dort ein. Weil eine Alarmanlage losging, flüchtete der Täter ohne Beute. Allerdings entstand ein Sachschaden von 2500 Euro. Die Polizei war wenige Minuten, nachdem der Alarm ausgelöst wurde, in Nordschwaben vor Ort. "Wir haben das Gebäude umstellt, aber es war niemand mehr drinnen", berichtete ein Polizist. Diese drei Taten gab der Angeklagte zu. Sie ließen sich auch nicht leugnen. Offenbar hat sich der Angeklagte jeweils beim Einschlagen der Scheiben verletzt. An allen drei Tatorten hinterließ er Blutspuren, die der DNA-Analyse zufolge ganz eindeutig vom Angeklagten stammten.

Täter übersehen 11900 Euro in gestohlenem Tresor

In zwei weiteren Fällen, die ihm die Staatsanwaltschaft zur Last legte, gab es keine eindeutigen Spuren. Zu diesen machte der Angeklagte keine Angaben. Am 17. November war ebenfalls in Nordschwaben eingebrochen worden. Die Täter nahmen einen Tresor mit. Über dessen Inhalt machte der Geschädigte gegenüber der Polizei unterschiedliche Angaben. Einmal war von 45 000 Euro die Rede, dann von 80 000 plus Schmuck im Wert von 20 000 Euro. Den Tresor fand die Polizei im Wald. Ein Beamter berichtete, er sei aufgebrochen worden. Darin befand sich noch ein Umschlag mit 11 900 Euro, den die Täter wohl zwischen anderen Papieren übersehen hatten.

Zudem legte die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten zur Last, am 19. Oktober 2016 in ein weiteres Haus in Fischingen eingebrochen zu sein. Hier betrug der Wert des Diebesguts rund 3700 Euro. Auch hier wurde eine Scheibe eingeschlagen. In diesem Fall gab es eine Videoaufzeichnung, auf der zwei Personen zu sehen sind, jedoch nur sehr schemenhaft. Sowohl bei diesem Einbruch als auch beim Fall mit dem Tresor fand die Polizei Schuhspuren, die mit Schuhspuren von den anderen Fällen, die eindeutig dem 36-Jährigen zugeordnet werden konnten, identisch zu sein schienen. Ganz sicher waren sich die Ermittler da jedoch nicht, zumal es jeweils nur Teilabdrücke waren. Daher stellte das Gericht das Verfahren hinsichtlich dieser beiden Taten ein.

Der Angeklagte lebt im Kosovo und betreibt dort einen kleinen Bauernhof. Eigenen Angaben zufolge verdient er damit 5000 Euro im Jahr, was über dem Durchschnittseinkommen im Kosovo liegt. Davon muss er eine Familie mit fünf Kindern ernähren. 2015 war er schon einmal für fünf Monate in Deutschland und hatte Asyl beantragt, was abgelehnt worden war. In dieser Zeit trat er wegen eines Ladendiebstahls und einer Schlägerei polizeilich in Erscheinung. Weil er wegen der Einbrüche international zur Festnahme ausgeschrieben war, verhaftete ihn die Polizei in Frankreich am 19. April 2018. Seither saß er in Untersuchungshaft. Wegen der Diebstähle, die man nachweisen konnte, verurteilte ihn das Schöffengericht zu einem Jahr und fünf Monaten Freiheitsstrafe. Angesichts der Vorstrafen kam eine Bewährung nicht in Frage. Den Haftbefehl erhielt das Gericht aufrecht.