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11. August 2012 00:00 Uhr

Teil 17

Geschäfte mit der Krise: Mit wenig Kapital viel bewegen

Auch private Anleger können in das Geschäft mit der Krise einsteigen. Bei der Onlinehandelsplattform der dänischen Saxo-Bank kann man sich gegen geringe Sicherheiten mit großen Summen am Devisenmarkt engagieren.

Für 10.000 Euro als Sicherheit kann man beispielsweise für eine Million Euro Devisen kaufen. Die Bank stellt die Mittel zur Verfügung. Ein Szenario: Der Spekulant stößt eine Million Euro ab und erhält Dollar. Nun steigt wegen der Krise der Wert des Dollar gegenüber dem Euro. Der Spekulant tauscht seine Dollar wieder gegen Euro ein und macht Gewinn. Wegen der großen Summen, die eingesetzt werden, lohnen sich auch minimale Wechselkursänderungen. Attraktiv wird das Geschäft durch die Hebelung. Bei 10 000 Euro eingesetztem Kapital wird eine Million Euro bewegt – also das 100-fache. Professionelle Spekulanten mit mehr Kapital im Rücken können im Devisenhandel wegen solcher Hebel noch größere Summen einsetzen.

Die Saxo-Bank hat eine Sicherung eingebaut. Läuft das Geschäft schief, wertet der Euro auf, werden die Verluste stets mit dem Sicherheitsbetrag verrechnet. Erreicht der Verlust die Grenze von 10 000 Euro, wird abgebrochen und der Anleger muss die Verluste einstecken. Trotzdem ist die Sache riskant: Verändert sich der Wechselkurs in kurzer Zeit extrem, kann der Verlust rasch die Sicherheit übersteigen. Dann besteht oft eine Nachschusspflicht. Der Privatanleger muss drauflegen. Die Bank verdient ihr Geld mit den Preisspannen. So verkauft sie Dollar teurer als sie sie einkauft.

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  Professionelle Spekulanten kombinieren in der Krise Leerverkäufe mit einer Kreditausfallversicherung. Beim Leerverkauf leiht sich der Spekulant S. Staatsanleihen eines Krisenlandes von einem Fonds, der solche Anleihen hält. S. verkauft diese Anleihen am Markt. Wie vom Spekulanten richtig prognostiziert, tun dies auch andere, der Kurs sinkt. Er kauft die Anleihen später zu dem günstigeren Kurs zurück und gibt die Wertpapiere wieder an den Fonds. Die Kursdifferenz ist der Gewinn von S. Vor dem Leerverkauf hat sich S. noch eine Kreditausfallversicherung für die Anleihen des Krisenlandes besorgt. Bei einer Kreditausfallversicherung verpflichtet sich der Versicherungsgeber gegenüber dem Versicherten – unserem Spekulanten – den Verlust zu erstatten, wenn die Anleihen des Krisenlandes nicht mehr zurückbezahlt werden. Der Versicherte zahlt dafür eine Prämie. Er kann die Versicherung weiterverkaufen. Weil die Kurse der Anleihen ja mittlerweile gesunken sind, haben die Renditen zugelegt. Die höheren Renditen signalisieren, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Land seine Anleihe nicht mehr bedienen kann, größer geworden ist. Der Spekulant kann die Versicherung nun teurer verkaufen. Anleger sind bereit, mehr für den Schutz gegen den Kreditausfall zu bezahlen.

Autor: Bernd Kramer


1 Kommentar

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Bodo Weis  

Bodo Weis

Registriert seit: 26.05.2009

Kommentare: 862

11. August 2012 - 09:44 Uhr

Das erinnert mich an die Steuer CD die gekauft wurde, „PowerPoint Präsentation“ wie man Steuer hinterzieht nur das hier legal geworben wird um mit den anderen Monopoly zu spielen.
Nein Danke, unser Banksystem ist schon genug im Eimer

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