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25. Juni 2012

GESICHT DES TAGES: Der Maulwurf

Joachim Löws undichte Stelle.

  1. Der kleine Maulwurf – eine geschützte Art Foto: WDR

Der Maulwurf (lateinisch Talpa europaea) ist ein Säugetier. Er frisst Insekten. Er lebt unterirdisch in einem selbst gegrabenen System von Gängen. Gelegentlich kommt er an die Oberfläche und befördert Erde ans Tageslicht. Gärtner mögen das nicht. Die Bundesartenschutzverordnung verbietet es allerdings, dem kleinen Säuger nachzustellen, ihn zu fangen oder gar zu töten. Vor einem ähnlichen Dilemma wie der Gärtner steht nun Joachim Löw. Er hat einen Maulwurf in seinen Reihen. So nennt man einen Agenten, der in eine Organisation eindringt und dort im Geheimen Informationen beschafft. Der Löw’sche Maulwurf petzt Journalisten, was der Trainer seinen Spielern und Betreuern ganz im Geheimen anvertraut hat. Die Aufstellung fürs nächste Spiel zum Beispiel. Löw darf den Maulwurf nicht fangen. Schon gar nicht darf er einen Spaten schwingen und ihm die Rübe… Nein, das darf er nicht. Aber er kann herausfinden, wer der Maulwurf ist. Er hat auch schon jemanden in Verdacht. Geschickterweise versorgt er diesen nun mit einer falschen Information ("Am Donnerstag spielt der Miro"). Steht dann tags darauf in der Bild-Zeitung "Am Donnerstag spielt der Miro", dann weiß Löw, wer der Maulwurf ist. Er kann ihn dann bestrafen, indem er ihn ohne Käfer und Insekten, äh, ohne Abendessen ins Bett schickt. Er sollte ihn aber nicht nachhause schicken, denn er kann ihn noch gut gebrauchen. Der Maulwurf rennt bis zu 67 Meter pro Minute – unterirdisch. Er könnte zum Beispiel im Rücken von Iker Casillas aus dem Rasen schießen, sich von Miro anspielen lassen, den Ball ins Tor rugeln – und Deutschland schlägt Spanien im Finale mit 1:0.

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Autor: Andreas Strepenick