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04. Juli 2011

Sonnenschutz geht auch billig

Die Stiftung Warentest beweist: Guter Sonnenschutz definiert sich nicht über den Preis – und nicht über Industrieversprechungen.

  1. Ak Foto: XXXXX

Guter Sonnenschutz muss nicht teuer sein. Dies demonstriert die Supermarktkette, die es mit ihrer Sonnenmilch/-spray Ombra jetzt im Wettbewerb der Stiftung Warentest auf den dritten Platz brachte. Dort befindet sich das Produkt mit der Gesamtnote Gut (1,7) in so illustrer Gesellschaft wie dem Ladival Sonnenschutz Lotion Normale bis empfindliche Haut (Gesamtnote: Gut 1,7, Platz 7 ), und dem Nivea Sun Light Feeling transparentes Spray (Gesamtnote: Gut 1,6 , Platz 1) und kostet dabei nur einen Bruchteil der Konkurrenz. 1,17 Euro pro 100 Milliliter werden im Test, dem die Stiftung 26 Sonnenschutzmittel im Bereich des Lichtschutzfaktors 20 unterzogen hat, nur von wenigen geschlagen. Bei den genannten direkten Konkurrenten muss man beispielsweise das vierfache (Nivea) beziehungsweise siebenfache (Ladival) beim Sonnencremekauf drauflegen. Noch billiger ist die dm/Sun dance Sonnen Milch auf Platz fünf (0,98 Euro, Gesamtnote: Gut 1,7). Ebenfalls in Sachen Qualität und Preis sich sehen lassen kann der Zweitplazierte des Drogeriemarktes Rossmann (1,50 Euro/100 ml, Gesamtnote: Gut 1,6. In die Top Ten der Stiftung Warentest haben sich mit der Gesamtnote Gut auch die Produkte Hofer/Ombia Suncare Sun cream sensitive (Platz: 6, 2,29 Euro, Gesamtnote: 1,7), die Milch Cadeavera des Drogeriemarktes Müller (Platz: 8 2,29 Euro, Gesamtnote: 1,7) und Nivea Sun Pflegende Sonnenmilch und Sonnenspray (Gesamtnote: 1,7, Platz 9 und 10) vorgearbeitet. Firmen wie Yves Rocher, Eucerin und L’Oreal müssen sich dahinter anstellen.

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Geprüft wurden von den Testern Qualitätsfaktoren wie die Einhaltung des Lichtschutzfaktors, der UV-A-Schutz, die Wasserfestigkeit, das Vermögen für ein Mehr an Feuchtigkeit in der Haut zu sorgen und die Haltbarkeit. Teilweise war der Test ernüchternd. Die Latte beim Siegel wasserfest liegt nicht besonders hoch, dennoch wurde sie trotz anderslautender Versprechen auf der Packung von 8 der 16 Mittel gerissen. Ähnliches gilt sogar für den Lichtschutzfaktor. Ein LSF von 20 war auf dem Etikett versprochen, dennoch unterschritten den die Produkte Vichy Capital Soleil Sonnenschutz-Gel-Milch, Ilrido Sonnen Gel und Ultrasun Sports clear gel formula um 20 Prozent.

Überhaupt sollte man den Werbeslogans auf der Packung mit Misstrauen begegnen:"Dermatologisch getestet" für die Stiftungsprüfer eine Selbstverständlichkeit, schließlich müssen sich alle Produkte auf dem Markt dieser Prüfung unterziehen. Schlichtweg Unsinn ist der Hinweis "once a day", außer man hat vor sich unbedingt einen Sonnenbrand zu holen, alle paar Stunden ist ohnehin nachschmieren angesagt.

Aufmerksamkeit ist auch in Sachen UVA-Strahlung angesagt. Zum einen, dass einem nicht Clarins Sun Care Soothing Cream in die Hände fällt, die laut Stiftung Warentest nicht vor UV-A-Strahlung schütz, zum anderen auf die Klamotten. Denn alle UV-A-Filter (auf die ein kreisrundes Logo auf der Verpackung hinweist) haben bisher den Nachteil, dass sie hartnäckige Flecken auf den Textilien verursachen können.

Wer seine strapazierte und geröstete Haut pflegen möchte, sollte laut den Testern zu einem Mittel greifen, dass "mindestens eine gute Feuchtigkeitsanreicherung bietet", alle Mittel auf den ersten zehn Plätzen schnitten hier mit der Note "sehr gut" ab. Nur ein "befriedigend" erhielten in dieser Hinsicht Tiroler Nussöl, Lancaster, Clarins und Ultrasun.

Eines gilt aber auch mit dem besten Sonnenschutzmittel: Sich von Anfang an hemmungslos in die Sonne zu hauen, ist nicht angesagt. "Gewöhnen Sie ihre Haut langsam an die Sonne", raten die Tester. "Nehmen Sie nur kurze Sonnenbäder mit einem für Ihren Hauttyp ausreichenden Lichtschutzfaktor". Das hat noch einen anderen Vorteil: Es kann helfen das Auftreten von Sonnenallergien zu vermeiden, die durch überfallartige Sonnenbäder begünstigt werden. Das Motto lautet: Härten Sie sich ab – auch gegen die ersehnte Urlaubssonne.

Autor: Michael Brendler