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15. März 2017 14:53 Uhr

Uniklinik Freiburg

Wie kann die Naturheilkunde bei Tumorerkrankungen helfen?

Neben den klassischen Therapieformen gibt es auch naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs. Darüber kann man sich am 18. März beim Patiententag in der Uniklinik informieren.

  1. Misteltherapie kann bei Krebs helfen. Foto: fotolia/Dagmar Gärtner

  2. Professor Roman Huber, Leiter des Freiburger Unizentrums Naturheilkunde Foto: Ingo Schneider

Hanno Müller hat den Leiter des Unizentrums Naturheilkunde, Professor Roman Huber, befragt.

BZ: Es gibt Studien, die die Misteltherapie mit Placebos gleichsetzen. Dennoch findet am Patiententag ein Vortrag zum Thema "Misteltherapie bei Krebs" statt.
Roman Huber: Tatsache ist, dass es 50 Studien zur Misteltherapie gibt. Die überwiegende Zahl fällt positiv aus. Die letzte Studie hat sich mit einer Misteltherapie beim Pankreaskarzinom also Bauchspeicheldrüsenkrebs, befasst und konnte zeigen, dass die Patienten deutlich länger gelebt haben. Es gibt außerdem viele Studien zur Lebensqualität, insbesondere krankheitsbedingte Müdigkeit kann verbessert werden. Die Misteltherapie ist kein Placebo. Es gibt in den Misteln eine ganze Menge von Inhaltsstoffen, die auf das Immunsystem wirken.

BZ: Die Naturheilkunde setzt auch auf pflanzliche Stoffe, Vitamine und Spurenelemente. Was sind die Vorteile?
Huber: Ich halte selbst einen Vortrag über interessante Pflanzenstoffe und einen über Vitamine. Viele Medikamente aus der Chemotherapie werden mittlerweile aus Pflanzenstoffen hergestellt. Bei längeren Einnahmen können sie das Auftreten von Tumoren verhindern. Besonders interessant sind die Senföle, die in sogenannten Kreuzblütenblumen auftreten. Die Senföle haben eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs gezeigt. Ich werde auch über Grüntee, Cucumin und andere Wirkstoffe sprechen.

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BZ: Viele Menschen konsumieren Grüntee und oder Cucumin in ihrem Alltag. Haben sie ein geringeres Krebsrisiko?

Huber: Das kann man so nicht sagen, das kommt auf die Details an: Wie liegt der Wirkstoff vor, wie wird er eingenommen und in welchen Mengen? Die Dosis, die wir in der Medizin benutzen, wird im alltäglichen Konsum wahrscheinlich nicht erreicht. Menschen, die viele Sojaprodukte zu sich nehmen, haben allerdings ein geringeres Krebsrisiko, wie einige Studien zeigen konnten. Einige Pflanzenstoffe sind aber noch nicht gut erforscht, weshalb man noch nichts Abschließendes über deren Wirkung sagen kann. Dass noch vieles unerforscht ist, ist ein strukturelles Problem der Naturheilkunde, denn sie wird von vielen Wissenschaftlern immer noch nicht richtig anerkannt und erhält deshalb weniger Forschungsgelder.
Infotag in Freiburg

Der Patiententag zu naturheilkundlichen Therapiemöglichkeiten bei Tumorerkrankungen findet am Samstag, den 18. März, im Hörsaal der Universitätsfrauenklinik, Hugstetter Straße 55, statt. Von 9 bis 13.20 Uhr halten Experten Vorträge. Im Anschluss gibt es Diskussions- und Gesprächsmöglichkeiten.


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Autor: mül