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07. Juni 2010

Gesundheit, Gesellschaft, Geselligkeit

Auch Fußballtennis wird jetzt beim Landesturnfest gespielt / Sport für die ältere Generation und als Spaßfaktor .

  1. Ein überschaubarer Aktionsradius, aber einen hohen Spaßfaktor bietet das Schnürles bei seiner Festpremiere. Foto: Daniel Weber

SCHNÜRLES. Beim Landesturnfest stehen neben dem Namensgeber bekanntermaßen noch weitere Sportarten auf der Agenda. In Offenburg ist in diesem Jahr eine Neue hinzugekommen: Schnürles. Besser bekannt als Fußballtennis.

Letzterer Name erklärt schon, worum es geht. Ein Fußball wird wie beim Tennis übers Netz hin und her gespielt, als Schläger dient dabei der Fuß. Soweit die grobe Zusammenfassung. "Im Badischen nennt man das Spiel halt Schnürles", erklärt Richard Möll. Der 83-Jährige steht mit einem handbeschriebenen großen Blatt Papier in der Mitte der Sporthalle des Offenburger Okengymnasiums und ruft mit lauter Stimme die Begegnungen aus, die auf den drei aufgebauten Spielfeldern als nächstes anstehen.

Möll, seines Zeichens Ehrenpräsident des Badischen Turnerbundes, leitet das Turnier. Schnürles liegt ihm sichtbar am Herzen. "Viele Turner und Leichtathleten können im hohen Alter den Sport ja nicht mehr ausüben. Die spielen dann gerne Schnürles, da können sie sich noch bewegen". Auf seine Initiative hin wurde das Turnier in die Veranstaltungsliste aufgenommen. "Ich habe den Antrag gestellt und ich bin mir sicher, dass sich das rumsprechen wird und wir beim nächsten Landesturnfest in zwei Jahren in Heilbronn die doppelte Teilnehmerzahl haben werden", erzählt der erfahrene Turnfestler beim Blick auf den Zettel. 21 Mannschaften sind angetreten. Alleine acht treten dabei in der Altersgruppe "50 und älter" an. Gespielt wird auf einem Volleyballfeld, drei gegen drei, das Netz ist 1,10 Meter hoch. Die Spieldauer beträgt 14 Minuten. Was sich auf dem Feld abspielt, erinnert in vielen Situationen mehr an Schach. "Man darf die älteren Spieler nicht unterschätzen. Sie haben zwar nur einen Radius von ein oder zwei Metern, aber die spielen den Ball immer genau dahin, wo sie wollen", erzählt Björn Kemler. Der 28 Jahre alte Turner vom TSG Seckenheim umschreibt die Ausrichtung des Turniers gut: "Das ist eine reine Spaßveranstaltung. Jeder kann mitmachen."So spielen neben älteren Herren, die mit Trikot und Stutzen antreten, etwa auch Gymnasiastinnen vom TV Sersheim nahe Vaihingen/Enz, die tags zuvor noch beim Synchronwettkampf Baden-Württembergischer Meister wurden. "Wir haben das zwei, drei Mal probiert und dann haben wir uns mal angemeldet", sagt Jasmin Geske. "Das Tolle am Landesturnfest ist die Gemeinschaft. Dass man als Gruppe zusammenwächst, wenn man zusammen ein paar Tage unterwegs ist, in einer Schule übernachtet und eben an solchen Sachen wie hier teilnimmt", erzählt die 20-Jährige, während sie als Schiedsrichterin beim Spiel des SC Weiler agiert. Auf dessen Seite steht der älteste Spieler des Turniers. "Gesundheit, Gesellschaft, Geselligkeit. Darum spiele ich Schnürles", erzählt Helmut Krieg. Der 75-Jährige übernachtet jedoch nicht in einer Offenburger Schule. "Wir sind heute morgen mit dem Auto gekommen und fahren später wieder nach Hause."

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"Wir machen nachher noch bei einem anderen Spaßwettbewerb mit", sagt Jasmin Geske. "Das nächste Spiel bestreiten...", ruft Richard Möll.

Autor: Daniel Weber