Pop

Get Well Soon: Unheimlich schön

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Di, 12. Juni 2018 um 23:16 Uhr

Rock & Pop

Was der Mannheimer Klang- und Song-Künstler hier kreiert hat, klingt nicht nach Splatter-Movie, sondern nach einem alten US-Spielfilm, der in einem noch älteren England in einem düsteren Schloss spielt.

Großorchestrale Arrangements hat Gropper, der ja bereits mit allerlei Stilen experimentiert hat, dieses Mal geschrieben und spart auch nicht an einem wunderbaren Saxophonsolo oder einem tänzerischen Sechs-Achtel-Takt.

Mit alldem vertont er drei Alpträume aus eigenem nächtlichen Erleben (Untertitel der Stücke: "Collapse", "Dinner at Carinhall" und "Strangled"), gestaltet instrumentale Zwischenstücke um Nebelhörner oder eine Klimaanlage herum und bettet seine eigene Charakterstimme und mehrere Gastvokalisten opulent wie mit gewaltigen Federbetten. So wie der Sprecher in "The Only Thing We Have to Fear" von einem erzählt, der auszog, das Fürchten zu lernen, so ist das ganze Album eine Erzählung über Angstzustände, keine Erregung derselben. Gar nicht grauenvoll, sondern unheimlich schön.

Get Well Soon: The Horror (Caroline)