Geweihte Kräutersträuße vertreiben das Unglück

Heinz Vollmar

Von Heinz Vollmar

Fr, 17. August 2018

Grenzach-Wyhlen

An Maria Himmelfahrt halten die Katholiken der Gemeinde an einer besonderen Tradition fest / Gut besuchter Gottesdienst in der Kapelle Maria im Buchs.

GRENZACH-WYHLEN. Mit einem Festgottesdienst und der Feier der heiligen Eucharistie haben die katholischen Christen am Mittwoch das Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel gefeiert.

Während des Festgottesdienstes, an dem auch zahlreiche auswärtige Gläubige teilnahmen, erinnerte Pfarrer Uwe Schrempp an die Bedeutung von Maria Himmelfahrt. Den Christen rief er zu, dass am Tag der leiblichen Aufnahme von Gottesmutter Maria in den Himmel jeder Mensch zu ihr kommen könne. Man spreche so auch nicht vom Tod Marias, sondern von der Entschlafung Mariens. Dies sei auch ein deutlicher Hinweis und ein Gedanke an die Auferstehung Marias, der in vielerlei Schriften zum Ausdruck komme. Mit dem Festgottesdienst verbunden war die traditionelle Kräuterweihe, da sich der Legende nach im Grab Marias blühende Blumen und Kräuter befanden.

Maria Deschler, die seit vielen Jahren für das Kräutersammeln und die Organisation der Kräutersegnung zuständig ist, berichtete, dass laut einer Legende Jünger das Grab Marias öffneten und darin nicht ihren Leichnam, sondern blühende Blumen und Kräuter fanden. Daraus habe sich die Tradition der Kräutersegnung entwickelt.

Insgesamt wurden für die Kräuterweihe am Mittwoch 105 Sträußchen gesammelt und gebunden, die eine Vielzahl von Kräutern enthielten, ein Beweis dafür, dass Maria Himmelfahrt nach wie vor tief im Bewusstsein der Christen verwurzelt ist.

Pfarrer Uwe Schrempp verwies in seiner Predigt in diesem Zusammenhang auch auf das Datum von Maria Himmelfahrt. Dieses Datum sei gleichzeitig auch der Höhepunkt des Sommers. Dies bedeute, dass alles seine Stunde habe und das alles was die Menschen bewegt auch vor Gott getragen werden kann.

Die gesegneten Kräutersträußchen wurden der Historie nach früher oft zuhause aufgehängt, um vor Unglücken zu schützen. Wie Maria Deschler mitteilt, galt dies auch für das Vieh, das vom Duft der Kräutersträußchen auch vor Krankheiten geschützt werden sollte.

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von Elisabeth Mattes an der Orgel sowie dem Trio Justin Westermann (Trompete), Benedikt Mattes (Posaune) und Raphael von Au (Tenorhorn).

Im Anschluss an den Gottesdienst und die Kräuterweihe fand ein gemeinsamer Umtrunk vor der Kapelle Maria im Buchs statt. Zuvor erhielten die Gottesdienstbesucher ein kleines Päckchen Kräutertee als durchaus passendes Geschenk überreicht.