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10. Juli 2011 20:41 Uhr

Befragung

Brombeerkopf: Bürgervotum für Windkraft

Glottertal votiert für die Windkraft: 55,16 Prozent der Teilnehmer einer Bürgerbefragung sind mit der Errichtung der regional bedeutsamen Anlagen im Raum Brombeerkopf/Wuspeneck/Scherersköpfle einverstanden.

  1. 55,2 Prozent der Glottertäler für Standort Brombeerkopf Foto: BZ-Grafik

GLOTTERTAL. Noch gegen 13 Uhr hatten keine 20 Prozent der Bürger ihr Votum abgegeben. Kurz vor Toresschluss um 18 Uhr hatte sich doch insgesamt knapp die Hälfte der Bürger aufgemacht, um die Frage zu beantworten. Auch per Brief war eine Teilnahme vorab möglich. Das nutzten 145 Bürger.

Gegen 18.40 Uhr verkündete dann Bürgermeister Eugen Jehle im Tagungsraum der Eichberghalle das Ergebnis: "Ich stelle fest, die Frage mit Ja haben 55,16 Prozent beantwortet, mit Nein 44,89". Drei der 1165 Stimmen waren ungültig.

Gemeinderat Stegen kann sich Anlage auf Brombeerkopf vorstellen

"Ich sehe den Ausgang sportlich", meinte Bernhard Feser, der Sprecher der Mitte Mai offiziell gegründeten "Bürgerinitiative für professionelle Wind- und regenerative Energien, gegen den Windpark auf Scherersköpfle-Wuspeneck". Durch ihn sei, so Feser, die Diskussion schon im März in Gang gekommen. In einem Brief an den Gemeinderat hatte er gefordert, die Bürger in die Diskussion einzubinden.

Die Regionalplanung hatte drei Standorte für Windkraftanlagen im Glottertal ausgemacht: Brombeerkopf, Wuspeneck,Scherersköpfle. Auf dem Brombeerkopf verläuft die Grenze zu Stegen-Eschbach. Der Gemeinderat Stegen konnte sich Windkraft dort vorstellen. Der Gemeinderat Glottertal wird nun sein Votum abgeben, in Kenntnis der Haltung der Bürger. "Ich werte dies als positiv fürs Glottertal", freute sich Konrad Hoch, der Fraktionssprecher Freien Wähler im Gemeinderat. "Wir wollen energieautark werden und haben einen großen Schritt in diese Richtung gemacht." Da nicht alle Energie durch Wind gedeckt werden könne, solle auch Energie aus Hackschnitzelanlagen, Biomasse und Fotovoltaik genutzt werden. "Jetzt können wir ja schauen, ob wir etwas mit den Denzlingern machen", meinte Hoch mit Blick auf das Kooperationsangebot der dortigen Bürgerenergiegenossenschaft. Seine Fraktion werde sich bei ihrer Entscheidung am Ergebnis der Bürgerbefragung orientieren.

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Kein Fraktionszwang bei der CDU

"Das Thema spaltet", stellte Karl-Josef Herbstritt, CDU-Fraktionssprecher im Gemeinderat, am Sonntagabend fest. Wie es weitergehen wird? "Das wird spannend". In der Fraktion sei man sich einig, keinen Fraktionszwang auszuüben. Schließlich seien nicht alle Fraktionsmitglieder auch Mitglied der CDU. Bei einem Bürgerentscheid wäre dagegen dessen Ergebnis für die Gemeinderäte bindend, so Herbstritt.

"Ich hätte mir einen Fünfer gewünscht", meinte Bürgermeister Eugen Jehle dazu, dass nicht einmal die Hälfte der Stimmbürger auf die Frage geantwortet hat. Bei Kommunalwahlen sei eine höhere Beteiligung üblich. "Eine klare Aussage ist jetzt da, nun wird sich der Gemeinderat äußern müssen. Doch das ist dann noch nicht das letzte Wort", so Jehle. Denn die Regionalversammlung hat von Glottertal und anderen Gemeinden eine klare Aussage gefordert, wo Windkraftanlagen möglich seien.

Die Regionalversammlung tagt laut Jehle am 25. Juli. Konrad Hoch drängt auf eine Gemeinderatssitzung davor. Bereits am kommenden Freitag sind alle betroffenen Kommunen mit zusätzlich denkbaren Windkraftanlagen zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. So könnte Bürgermeister Jehle am Montag, 18. Juli, noch fristgerecht zu einer Ratssitzung für Donnerstag, 21. Juli, einladen und abstimmen lassen.

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Autor: Frank Kiefer