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20. Januar 2012

Das Nahwärmenetz wird realistischer

Viel Interesse an zentraler Wärmeversorgung beim zweiten Infoabend / Bis zum Sommer sollten sich die Interessenten entscheiden .

  1. Die Heizzentrale könnte an der Eichberghalle entstehen. Foto: Ringwald

GLOTTERTAL Das Interesse an einer zentralen Nahwärmeversorgung für das Glottertal ist ungebrochen groß. Zwischenzeitlich gibt es rund 30 Interessierte. Nun gilt es, Nägel mit Köpfen zu machen, damit das Netz zur Heizperiode 2013/14 steht.

Beim zweiten Informationsabend stellten Bürgermeister Eugen Jehle und Thomas Liebert vom beratenden Ingenieurbüro im Schnelldurchlauf das geplante Projekt vor. Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat beschlossen, seine Gebäude (Rettungszentrum, Eichberghalle, Rat- und Schulhaus) mittels Nahwärme aus Holzhackschnitzel zu heizen. Je größer die Anlage ist, desto wirtschaftlicher wird sie. Seit dem Sommer im Vorjahr wurden nun potenzielle Wärmeabnehmer gesucht. Fündig wurden die Planer bisher bei der katholischen Pfarrgemeinde mit ihren drei Gebäuden und wohl bei einem Hotel in der Ortsmitte. Auch haben gut zwei Dutzend Eigenheimbesitzer ihr Interesse bekundet.

Die Technik für das im Glottertal angedachte Projekt "Biomasseheizkraftwerk" ist zwischenzeitlich Standard; wage sind die (genauen) Kosten. Nahwärme aus Holzhackschnitzel sei (deutlich) günstiger als das Heizen mit Öl. Auch gegenüber Erdgas liegen die Hackschnitzel vorn. Für genaue Zahlen muss klar sein, wie viele Interessenten anschließen.

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Daraus lassen sich dann die Investitions- und die Erzeugungskosten errechnen. Nach heutigem Stand wird es zumindest einen Leitungsstrang von der Eichberghalle hinüber zur Schurhammerschule und dem Rathaus geben; ein zweiter wird wohl über den Rathausweg zum "Hirschen" führen. Der Anschluss der kirchlichen Gebäude ist prinzipiell über beide Stränge möglich. Interesse gibt es auch östlich der Halle im Wohngebiet "Nonnenmacher", und darüber hinaus ist eine Weiterführung bis ins neue Baugebiet "Heldhansenhof" denkbar. Gerade in diesem Bereich benötigt es aber mindestens eine Handvoll weiterer Interessenten. Eine der Fragen am Montagsabend war, muss sofort angeschlossen werden oder ist ein Anschluss in einigen Jahren, wenn Heizanlagen erneuert werden müssen, noch möglich. Eine weitere, ob beispielsweise Kachelöfen und Solaranlagen weiter betrieben werden dürfen. Auf beide Fragen gab es ein deutliches Ja.

Denkbares Gebiet vom "Adler" bis zum "Heldhansenhof"

In den kommenden Wochen soll nun nochmals intensiv der Bedarf abgefragt werden. Dazu wird auch auf potenzielle (Groß-)Abnehmer – insbesondere auf die Hotels – zugegangen. Das denkbare Gebiet erstreckt sich vom "Adler" im Westen bis etwa zur evangelischen Kirche im Osten einschließlich dem Baugebiet "Heldhansenhof".

Noch vor der Sommerpause müssen sich Interessenten entscheiden, ob sie anschließen. Zur Heizperiode 2013/14 soll die neue Anlage wohlige Wärme aus heimischen, regenerativen Energiequellen in die Glottertäler Amts- und Gaststuben, das Schulhaus und hoffentlich auch viele Privathäuser bringen. Interesse ist reichlich vorhanden.

Jetzt haben es die Glottertäler in der Hand, ob aus dem Wunsch nach mehr regenerativer Energie ein funktionierendes Nahwärmenetz entsteht. Viel Arbeit steht in den kommenden Wochen auf jeden Fall an: Kunden finden und binden und schließlich auch noch die Frage, wer das ganze Projekt letztendlich betreibt.

Ansprechpartner bei der Gemeinde Glottertal ist Hauptamtsleiter Konrad Hilzinger, Telefon 07684 / 9102 – 20; Email: hilzinger@glottertal.de



Autor: Christian Ringwald