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31. Dezember 2011

Die "Drei Weisen" sind auf dem Weg

WEIHNACHTSZEIT – KRIPPENZEIT: In der Glottertäler St. Blasiuskirche steht eine Tiroler Krippe, die 1964 gestaltet wurde.

  1. Die „Drei Weisen“ auf dem Weg Foto: Christian Ringwald

  2. Hermann Würzburger vor der heimischen Krippe. Foto: Christian Ringwald

GLOTTERTAL. Egal wie unterschiedlich sie auch sind – Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel gehören zu jeder Krippe. In der Serie "Weihnachtszeit – Krippenzeit" stellt die Breisgau-Redaktion Krippen in Kirchen und Wohnzimmern im Freiburger Umland vor. Heute: die Krippe in der katholischen St.Blasiuskirche in Glottertal.

Aus Südtirol kamen die Figuren der Krippe der St.Blasiuskirche einst ins Glottertal. Krippenbauer – heute würde man von "Projektmanager" sprechen – war vor 47 Jahren Hermann Würzburger aus dem Föhrental. Aber wie es bei größeren und erfolgreichen Projekten einmal ist, haben sie viele Väter. Sein Faible für den Krippenbau und die Schnitzerei hat sich Hermann Würzburger bis heute bewahrt. So greift er noch immer dann und wann zum Schnitzmesser. Erst kürzlich hat er wieder eine neue Krippe für das heimische Wohnzimmer geschaffen.

Die Krippe in der St.Blasiuskirche ist recht stattlich: Neben der Heiligen Familie mit dem kleinen Christuskindchen im Mittelpunkt sind drei Hirten mit vier Schafen und die obligatorischen Esel und Ochs zu sehen. Die "Drei Weisen aus dem Morgenland" – auch "Heilige Könige" genannt – vervollständigen die Anlage. Zurzeit sind sie freilich noch nicht am Stall angekommen, sondern vielmehr dorthin auf dem Weg und stehen ein paar Meter entfernt vor dem Hochaltar der St.Blasiuskirche.

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Nachdem die alte Krippe – sie war wohl aus einer Mischung aus Gips und Pappmasche – keine Augenweite mehr war, entschieden sich die Verantwortlichen damals im Jahr 1964 eine neue anzuschaffen. Aus einem Prospekt holten sich das Team um Pfarrer Adolf Schlegel die Ideen. Der damalige Unterglottertäler Ratschreiber und spätere erste Bürgermeister der Gesamtgemeinde, August Strecker, ein gelernter Zeichner, brachte sie aufs Papier.

Die Figuren wurden in Südtirol im Grödner Tal eingekauft. Den Kontakt dorthin hatte Stiftungsrat Eugen Linder vermittelt, damals Inhaber des Trachtengeschäfts. Der "Rohbau" – Unterbau, wie auch der Stall – entstand in der Schreinerei Karl Disch. Den Feinschliff – im wahrsten Sinne des Wortes – bekam das Ganze dann von Hermann Würzburger. Viel Zeit sei damals im November und Dezember des Jahres 1964 nicht gewesen und so musste der damals zwölfjährige Sohn Bernhard, heute Präsident der Trachtenkapelle, mithelfen. In einem Fotoalbum hat Hermann Würzburger den Krippenbau dokumentiert.

Ein Bild zeigt Sohn Bernhard, wie er die "Stallwände" schleift. Wer die eigentlichen Figuren geschnitzt hat, was die ganze Anlage gekostet hat und wie die Kosten damals finanziert wurden, weiß Hermann Würzburger nicht mehr. "Dazu müsste man mal einen Blick in die Kirchenbücher werden", meint er schmunzelnd. Vielleicht eine Aufgabe für Würzburgers Schwiegersohn, den Glottertäler Heimatforscher Bernhard Hoch.

Die Krippe hat die Ausmaße von knapp vier auf zweieinhalb Meter und die Figuren aus Lindenholz sind etwa einen halben Meter hoch. Aufgebaut wird die Krippe seit einigen Jahren von Johannes Kern und Messner Eich Strecker. Der Boden wird jedes Jahr mit frischem Moos ausgelegt. Nach fast einem halben Jahrhundert steht in nächster Zeit eine "Renovierung" des Unterbaus an. Das feuchte Moos und der jährliche Auf- und Abbau haben am Gestell "genagt".

Autor: Christian Ringwald