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22. August 2011
Geführte Ausritte auf dem "Molzenhof"
UNTERWEGS IN DER HEIMAT: Melanie Tritschler sattelte vom Milchbetrieb zur Pferdepension um.
GLOTTERTAL (cri). Mitten im Glottertal und doch ein bisschen abseits, oberhalb von Eichberghalle und Gärtnerei, liegt der "Molzenhof" von Familie Tritschler. Lange Zeit war der Molzenhof ein Milchviehbetrieb; vor einigen Jahren hat Melanie Tritschler die Rinderviecher abgeschafft und auf Pferde umgestellt. Heute führt sie den Hof als Pferdepension und bietet geführte Ausritte an.
In der Lebensplanung von Melanie Tritschler spielte die Landwirtschaft keine große Rolle, den elterlichen Molzenhof sollte eigentlich die deutlich jüngere Schwester übernehmen und so nahm Melanie Tritschler das Studium der Wirtschaftswissenschaften auf und arbeitete dann als Diplomkauffrau bei einer Bank. Dann verunglückte ihr Vater tödlich und aus der Bankerin wurde eine Bäuerin. Mit dem elterlichen Anwesen und der familiären Tradition war sie dann doch so stark verbunden, dass sie 2002 in die Verantwortung ging und den Betrieb übernahm.
Ihr Vater hatte Großes vor und die Pläne für den Bau eines neuen Kuhstalles für die Milchviehhaltung waren baureif und genehmigt. Milchbäuerin wollte die junge Volkswirtin dann doch nicht werden, so wurden die Baupläne ad acta gelegt und die Milchkühe verkauft.
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Neben den Rindern gab es auf dem Molzenhof immer ein Pferd und zu diesem einen gesellten sich nach und nach immer mehr – keine normale Pferde, sondern junge Hengste. Über einige Jahre standen so bis 15 junge Hengste im Stall. So plötzlich und zufällig der Hof zu einem Hengsthof wurde – erst im Alter von drei Jahren sollen diese Pferde kastriert werden, sind aber schon nach neun Monaten geschlechtsreif – so unvermittelt ging der Bedarf an Einstellplätzen für Hengste wieder zurück. Aber: Die Liebe zu den Pferden blieb. Aktuell stehen auf dem Molzenhof zwölf Pferde, neun in Pension und drei eigene.
Pferde sind bekanntlich große Tiere, somit weithin sichtbar, und so ergab sich vor ein paar Jahren ein Kontakt zwischen der Rehaklinik "Glotterbad" und dem Molzenhof. Im Zuge der Therapie kamen Patienten der psychosomatischen Fachklinik zu den Pferden. Aus diesem Kontakt und der Arbeit mit den Patienten entstanden die geführten Ausritte. Seit vorigem Jahr bietet Melanie Tritschler die geführten Ausritte im Rahmen des Glottertäler Ferienkalenders an.
An diesem Morgen machen Melanie Tritschler und die kleine Maischa zwei Pferde für einen Ausritt fertig. Maischa, erzählt Melanie Tritschler später, war eine der ersten Kinder, die an den Ausritten teilnahmen, wenn nicht gar die Erste. Und auch hier wieder eher Zufall: Die Schülerin war mit ihren Großeltern im "Hirschen" in Urlaub. Da sie etwas mit Pferden machen wollte, schickte sie der "Hirschen"-Wirt auf den nahen Molzenhof. Somit ist Maischa schon ein kleiner Austrittprofi. An diesem Morgen macht sie sich mit Reitlehrerin Alexandra Kuttruff auf einen etwa eineinhalbstündigen Panoramaritt. Zunächst runter ins Dorf, dann hinüber auf die andere Talseite und am Friedhof vorbei hinauf zum Wissereck und dann vor zum Einbollen. Zurück geht es dann entlang der Glotter.
Für diese geführten Ausritte stehen zurzeit drei Pferde zur Verfügung, ein viertes ist in Ausbildung und wohl ab nächstem Jahr so weit. Die Pferde seien so ausgebildet, dass sie sich einfach reiten lassen und immer dem Leitpferd mit der Reitlehrerin folgen.
"Zuverlässig" seien die Pferde, so Melanie Tritschler, gleichwohl räumt sie sofort ein, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht gäbe, schließlich seien es Tiere und keine Maschinen. Die Ausritte seien auch für Anfänger – also Personen, die noch nie auf einem Pferd saßen – geeignet. Die Ausritte nennt Melanie Tritschler eine gute Gelegenheit, die Schönheit der Weinbaugemeinde schnell und ohne Anstrengung zu erkunden. Viele Reitgäste würden gleich mehrere beziehungsweise immer wieder Ausritte machen; beliebt sei das Ganze natürlich vor allem bei jüngeren und oft die Vorstufe von Reitunterricht.
Reitunterricht das gibt es auf dem Molzenhof auch, aber die besondere Variante des Westernreitens, also des eher gemütlichen Geländereitens. Dann ist da noch eine Besonderheit auf dem Molzenhof: Das Mini-Shetty-Pony. Mit diesem kleinen Pony können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern im Alter bis zu sechs Jahre einen Spaziergang machen, bei dem die Kleinen reiten dürfen.
Autor: cri
