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03. Februar 2012

Gegen die Crux mit dem Kreuz

Die Rehaklinik Glotterbad möchte in erster Linie Betriebs- und Werksärzte für die Gründe von Rückenbeschwerden sensibilisieren.

  1. Der Chefarzt des Glotterbades, Werner Geigges und die ärztliche Koordinatorin der Rehazentren Baden-Württemberg, Professorin Monika Reuss-Borst, bieten Betriebsärzten eine Fortbildung. Foto: Christian Ringwald

GLOTTERTAL "Auf neuen Wegen" heißt ein Flyer der im Glottertal ansässigen Rehaklinik Glotterbad, mit dem sie für ihre "Tagesklinik" wirbt. Ein neuer Weg ist die Fortbildungsveranstaltung "Der chronische Rückenschmerz" am Freitag in acht Tagen, am 10. Februar. Der Chefarzt des Glotterbades, Werner Geigges und die ärztliche Koordinatorin der Rehazentren Baden-Württemberg, Professorin Monika Reuss-Borst, stellten die Veranstaltung und das dahinterstehende Konzept in einem BZ-Gespräch vor.

In den vergangenen Jahren, so Werner Geigges, habe sich das medizinische Verständnis von Schmerzen sehr stark geändert: "Es gibt nicht mehr ,den’ Schmerz, sondern verschiedene Formen von Schmerz, denen spezielle Mechanismen zugrunde liegen und die unterschiedlich behandelt werden müssen". Die Rehaklinik Glotterbad, eine Fachklinik für Psychosomatik, psychotherapeutische und innere Medizin, mit 170 Betten und einer ambulanten Tagesklinik mit zurzeit zwölf Plätzen, hat sich auf die Schmerzbehandlung spezialisiert und ein ganzheitliches Konzept zur Behandlung von chronischen Schmerzen erarbeitet.

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Dabei unterscheiden die Mediziner drei verschiedene chronische Schmerzzustände, für die auch unterschiedliche Behandlungsstrategien notwendig sind. Da sind zunächst Patienten mit Schmerzen als Begleitsymptom einer Gewebsschädigung und inadäquater Krankheitsverarbeitung (zum Beispiel Bandscheibenschäden, Arthrose, Frakturen), also vereinfacht gesagt mit einer körperlichen Schädigung. Die zweite Gruppe der Schmerzpatienten leidet auf Grund von funktionellen Störungen unter Kopf- und Rückenschmerzen. Die Ursache für diese schmerzhaften Verspannungen der Muskulatur liege in der Stresswahrnehmung und -verarbeitung oder könne ihre Ursache in Konflikten am Arbeitsplatz und im Mobbing haben. Zur dritten Gruppe zählen Patienten mit psychischen Erkrankungen, also Patienten mit nicht verarbeiteten Traumafolgestörungen.

Laut Professorin Reuss-Borst erfordert die Behandlung von chronischen Schmerzpatienten die Zusammenarbeit von Spezialisten verschiedener Fachrichtungen. Auch heute würden noch viele Patienten unkoordiniert zwischen den verschiedensten Spezialisten hin- und herüberwiesen. Genau an diesem Punkt setzt das "Glotterbad" mit seiner langjährigen Erfahrung an. Dabei reicht der ganzheitliche Ansatz bis zu den Betriebs- und Werksärzten, da gerade diese die Arbeit und das betriebliche Umfeld – samt seinen Auswirkungen – besser kennen als niedergelassene Allgemeinmediziner und Fachärzte.

Ein weiterer Ansatzpunkt des Teams um Reuss-Borst und Geigges ist die Schulung von betrieblichen Führungskräften und Vorgesetzten, da ein Großteil von Schmerzerkrankungen ihre Ursache im betrieblichen Umfeld und der subjektiven Wahrnehmung habe. Im Zuge von Fachkräftemangel seien die großen Firmen bezüglich dieser Problemstellung bereits bestens sensibilisiert, was sich nach und nach auch bis in kleine Firmen durchsetze, so die beiden Rehamediziner.

Die Rehaklinik Glotterbad ist eine von neun Rehakliniken der Reha-Zentren der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg gGmbH. Die ganztägige Fortbildungsveranstaltung am Freitag, 10. Februar, findet im "Glotterbad" statt und richtet sich in erster Linie an Betriebs- und Werksärzte. Selbstverständlich seien auch alle anderen Ärzte wie auch Therapeuten herzlich eingeladen.

Auskünfte erteilt das Sekretariat von Chefarzt Werner Geigges, Telefon 07681/ 809121; dort werden auch Anmeldungen entgegengenommen.

Autor: Christian Ringwald