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04. Januar 2012

Geschichte im "Glottertäler Kalender"

Im Festjahr 2012 illustrieren prägende und historische Motive den Heimatkalender.

  1. Das Glottertal auf einer Postkarte aus der Zeit um 1900: Die neue Kirche ist zu sehen, aber noch mit dem alten Turm.christian ringwald Foto: Christian Ringwald

GLOTTERTAL. Geschichte pur: Der "Glottertäler Kalender 2012" zeigt die markantesten Ereignisse und Stationen der Ortsgeschichte. Bernhard Hoch und Hubert Strecker haben viel Interessantes zusammengetragen. Übrigens: Der Name "Glotter" kommt aus dem Keltischen und bedeutet "die Klare, die Reine".

Das Deckblatt des Kalenders zeigt eine historische Aufnahme der Ortsmitte um 1900 mit Kirche und einen Auszug aus der "Rotulus Sanpetrinus", jener Schriftrolle, in der das Glottertal erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die neue Kirche von 1895 steht schon, aber noch mit dem Turm der alten Kirche, der erst 1907 höher gebaut wurde. Die Sakristei, Chor der alten Kirche, hat noch kein Christopherusmosaik auf der Stirnseite.

Das Januar-Blatt zeigt den ehemaligen Pfarrer und Ehrenbürger Franz Gluitz mit einer Jugendgruppe in der Ruine der Severinskapelle auf dem Mauracher Berg. Glottertal – zumindest die Höfe des Obertals – gehörten früher zum Mauracher Hof, der damals "Muron" hieß. Auf Grund dieser frühen Verbindung hat der Heilige Severin bis heute im Glottertal eine große Bedeutung. Patron der Pfarrkirche ist bekanntlich der Heilige Blasius; früher war das Glottertal für seine Blasius-Wallfahrten bekannt. Teile der heutigen Pfarrkirche (Sakristei und Teile des Turms) stammen noch von der alten Kirche aus dem Jahr 1458 (April-Kalenderblatt). Der Innenraum der neuen Kirche schmückt das Oktober-Blatt.

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Das Handwerk – als Zulieferer für die Landwirtschaft – hat im Tal der Glotter ebenfalls eine lange Tradition, so wurde bereits 1788 eine eigene Handwerkerzunft gegründet. Dieses Kapitel der Ortsgeschichte wird im Juli dargestellt. Der Juni zeigt eine Aufnahme des "Gemeindewirtshauses Zum Engel".

1970 schlossen sich die vier Talgemeinden zum Glottertal zusammen. Dieser Teil der (jüngeren) Geschichte wird im Dezember beschrieben; zur Illustration dient ein Bild mit dem ersten Bürgermeister der neuen Gesamtgemeinde, August Strecker. Bürgermeister der ehemaligen Gemeinden waren Hermann Tritschler (Föhrental), Georg Reichenbach (Oberglottertal), Josef Herbstritt (Ohrensbach) und Georg Strecker (Unterglottertal). Hermann Tritschler wurde schon in jungen Jahren Bürgermeister des Föhrentals, dann von den Nationalsozialisten abgesetzt und nach dem Krieg wieder zum Bürgermeister gewählt. Mit der Zeit des Dritten Reichs befasst sich das November-Blatt; es zeigt einen Aufmarsch der NSDAP – samt Hakenkreuzfahne – vor dem "Engel".

Der Februar zeigt eine Karte mit der noch geringen Besiedelung im Untertal und Föhrental aus dem 17. Jahrhundert. Wie in weiten Teilen des Schwarzwalds hatte sich auch am Fuße des Kandels im 13. Jahrhundert ein umfangreicher Bergbau entwickelt. Zahlreiche Stolleneingänge, Schlacken auf ehemaligen Verhüttungs- und Kohlplätzen weisen heute noch auf einen einst bedeutenden Bergbau hin. Das Thema Bergbau wurde vom Arbeitskreis Heimatgeschichte ebenfalls aufgearbeitet. Am 11. Mai wird in der Winzergenossenschaft das Buch "Bergbau im Glottertal" vorgestellt; am folgenden Wochenende finden dann die "Bergbautage" beim "Wirtshaus zur Sonne" statt. Das "März-Bild" zeigt einen Erzmalstein aus dem 13. Jahrhundert, mit dem die zu Tage geförderten Blei- und Silbererze zerkleinert wurden.

Gleich zwei Bilder (Mai und August) haben das "Glotterbad" zum Thema. Über Jahrhunderte hat das ehemalige Sanatorium Glotterbad der heutigen Weinbau- und Tourismusgemeinde einen besonderen Glanz verliehen. Als "Schwarzwaldklinik" wurde das Glotterbad zum Publikumsmagneten, erwähnt wurde es bereits im Jahre 1488. Seine Blüte hatte das Glotterbad um 1900.

Neben markanten Gebäuden Blasiuskirche und Gasthaus "Zum Engel" prägt heute vor allem der Weinbau die Talgemeinde. Als Begründer des Weinbaus gilt Karl von Kleinbrodt, der letzte Schlossherr von Schloss Winterbach, auch "Kleinbrodtscher Hof" genannt. Das adelige Ritterlehen Schloss Winterbach im Untertal erstreckte sich in einem breiten Streifen von der Glotter bis auf den Höhenzug über dem Schlossberg. Eine Karte von 1824 zeigt als "September-Blatt" die damaligen Besitzverhältnisse. Das heruntergekommene Wasserschloss wurde 1826 verkauft und niedergerissen. 1780 wurden die ersten Reben planmäßig am Schlossberg gepflanzt. In den folgenden Jahrzehnten legten die Bauern immer mehr Reben an, schließlich um 1840 auch am Eichberg. 1951 wurde die Winzergenossenschaft Glottertal gegründet.

Der Kalender ist zum Preis von 10 Euro in der Tourist-Information zu erwerben.

Autor: Christian Ringwald