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26. Februar 2010
Glottertäler hält Preis hoch
Winzergenossenschaft verbuchte steigende Erlöse / Kritik an Billigkonkurrenz aus Kaiserstuhl.
GLOTTERTAL. Insgesamt zufrieden mit ihrer Genossenschaft sind die 173 Mitglieder der Winzergenossenschaft Glottertal. Bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen kandidierten die beiden Amtsinhaber Karl-Josef Herbstritt (Vorstand) und Erich Strecker (Aufsichtsrat) nach zwei Jahrzehnten nicht mehr. Pia Lickert (Vorstand) und Christian Feser (Aufsichtsrat) rückten die Führungsgremien auf. Vorstandschef Udo Opel konnte 16 Genossinnen und Genossen für langjährige Mitgliedschaft ehren.
Bei der Versammlung ging es um das Geschäftsjahr 2008/09 und damit um den nicht einfachen Herbst 2008. Zwischenzeitlich wurden bereits die ersten Weine des "Superjahrgangs" 2009 abgefüllt Mit dem Jahrgang 2009 – wie auch mit der Weinprämierung 2009 (also für den 2008er, die WG erhielt insgesamt 34 Medaillen), zeigte sich Kellermeister Jochen Glyckherr aber sehr zufrieden. Glyckherr rief die Winzer auf, nach vorn zu schauen und auch 2010 wieder beste Arbeit im Weinberg zu leisten. "Wir freuen uns auf die neuen Weine", meinte Udo Opel. Der kredenzte 2009er Pinot Noir blanc de noirs, ein Weißwein aus dem blauen Spätburgunder, machte einen sehr guten und vielversprechenden Eindruck.
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Im Geschäftsjahr 2008/9 wurden insgesamt 739 525 Euro Traubengeld an die Winzer ausgezahlt, das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 2,3 Prozent. Auch beim Umsatz in Euro konnte leicht zugelegt werden, wobei der Umsatz in Liter (382 220 Liter) leicht rückläufig war, was wiederum beim Preis pro Liter einen Aufschlag von 17 Cent bedeutet. Geschäftsführer und Vorstandschef Udo Opel, Gottfried Sillmann (Vorsitzender des Aufsichtsrates) und Karl Becher (Genossenschaftsverband) trugen die Bilanz vor, die einen Umsatz von 1681 713 Euro auswies. Der Materialaufwand belief sich auf 816000 Euro und die Personalkosten schlugen mit 360 000 Euro zu Buche. Für die Winzer entscheidend ist, was sie pro Kilo (1,34 Euro) oder pro Hektar (12 620 Euro) bekommen. Bei beiden Zahlen liegt die WG vielleicht unter den Erwartungen ihrer Mitglieder, gleichwohl an der Spitze vergleichbarer Genossenschaften der Umgebung.
Diskussionen gab es um die Aussage des Prüfberichts für 2007, wonach der Weinabsatz gesteigert werden solle. Udo Opel betonte, das 65 Prozent des Weines direkt an den Endverbraucher gingen, der Rest an Gastronomie und Handel. Für hochpreisige Qualitätsprodukte wie den "Glottertäler" sei der Markt nicht einfach. Im Lebensmittelhandel muss der "Glottertäler" teilweise gegen Qualitätsweine vom Kaiserstuhl mit dem halben Preis bestehen, der Regal nicht einmal einen halben Meter entfernt steht.
Zum aktuellen Geschäftsjahr erklärte Opel, dass in den bisher sieben Monaten der Umsatz um 4,3 Prozent in Euro und 5 Prozent in Litern gesteigert wurde. Und im Keller liegt und reife ein "Superjahrgang" 2009, auf den sich nicht nur die Winzer freuen können. Ein Mitglied beschwerte sich, dass er nicht r darüber informiert, dass die WG Hefe zum Brennen abgebe. Der Vorstandschef sicherte zu, das Mitglied persönlich zu informieren, auch wenn der Betreffende eigentlich hätte Bescheid wissen müssen, da er sehr oft persönlich vor Ort sei.
Im Anschluss fand die Generalversammlung der "Weinbau- und Vertriebsgenossenschaft Glottertal" (W&V) statt, auch hier ist Udo Opel Chef. Die W&V hat etwa 1,5 Hektar eigene Rebflächen, von denen sie 80 Ar selbst bewirtschaftet. Über die W&V werden die Weinproben und die Weinfeste abgerechnet. Die W&V zählt 171 Mitgliedern und hat einen Umsatz von knapp 68 000 Euro. Auch in der W&V gab es Neuwahlen: WG-Aufsichtsrat Hermann Herbstritt übernahm Erich Strecker's Vorstandsamt.
Vorstand der Winzergenossenschaft: Udo Opel (Vorsitzender), Pia Lickert, Franz Strecker und Thomas Über. W&V-Vorstand: Udo Opel (Vorsitzender), Hermann Herbstritt und Josef Kapp. Vorsitzender des Aufsichtsrates beider Genossenschaften: Gottfried Sillmann.
Ehrungen: Silberne Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes: Karl-Josef Herbstritt und Erich Strecker. Ehrung für langjährige Mitgliedschaft: 60 Jahre: Berta Herbstritt. 35 Jahre: Wilfried Wolfperger, Karl Heller (beide Denzlingen), Herbert Fahrländer, Hermann Schwehr (beide Heuweiler), Rosina Herbstritt und August Reichenbach (beide Glottertal). 30 Jahre: Heinrich Disch, Martin Flamm und Arnold Weber. 25 Jahre: Rita Eble, Dieter Lickert, Erwin Rieder, Joachim Rombach, Gottfried Sillmann (Denzlingen) und Albert Würzburger. Ortsobmänner für den Badischen Weinbauverband: Franz und Erich Strecker (fürs Glottertal), Thomas Über und Herbert Fahrländer (für Heuweiler). Die Obleute für Denzlingen werden über den BLHV Denzlingen gewählt.
Autor: Christian Ringwald
