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30. Januar 2012
Heimische Bräuche aus dem Glottertal im christlichen Jahreslauf
Im Gemeindejubiläumsjahr präsentiert die Pfarrei St.Blasius im Glottertal eine Ausstellung und einen Vortrag mit dem Volkskundler Werner Mezger.
GLOTTERTAL (fk). Im Rahmen des Festjahres "900 Jahre Glottertal" beteiligt sich die Pfarrgemeinde St. Blasius mit verschiedenen Veranstaltungen am Festprogramm. Einer der Höhepunkte ist die Ausstellung "Christliches Brauchtum im Glottertal", die im Pfarrheim "Severin" gezeigt wird. Eine Gruppe Interessierter aus dem Tal hat bei Familien und Höfen
nach Gegenständen, persönlichen Erinnerungsstücken und Gebräuchen gefragt und zusammengetragen, was das religiöse Brauchtum ausmacht. So ist eine beeindruckende und aussagekräftige Sammlung zustande gekommen. Gezeigt wird diese Ausstellung in der Woche vom Sonntag, 5., bis Sonntag, 12. Februar, täglich von 15 bis 19 Uhr, wobei täglich um 16 Uhr eine Führung angeboten wird.
"Feste feiern, Bräuche pflegen, Traditionen leben – das sind nicht etwa überholte Ideale von gestern, sondern ganz aktuelle Bedürfnisse von heute", so Pfarrgemeinderatsvorsitzender Jan Borremans. Insbesondere das Kirchenjahr sei reich an festlichen Markierungen, die allesamt dazu dienen, die christliche Heilsgeschichte im Gedächtnis der Menschen lebendig zu halten und zu verankern.
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Was der Sinn der einzelnen Feste ist, wie sie entstanden sind und welche Geschichte und Funktion die vielfältigen Brauchformen haben, mit denen sie ausgestaltet werden, davon handelt ein zusätzlicher Vortrag von Professor Werner Mezger am Donnerstag, 9. Februar, um 20 Uhr im "Severin". Dieser wird keineswegs nur die vertrauten Traditionen der näheren Umgebung, sondern auch deren Einbettung in große europäische Zusammenhänge zeigen.
Untrennbar ist das "Alle Jahre wieder" der Brauch- und Festtraditionen darüber hinaus mit der Kulturschöpfung des Kalenders und mit der Gliederung des Jahres selbst verknüpft. Einen weiteren Schwerpunkt bildet deshalb das über viele Jahrhunderte hinweg gewachsene Konstrukt des christlichen Jahreszyklus.
Ins Kirchenjahr sind nämlich, wie sich im Vortrag laut Mezger zeigen wird, erstaunliche Botschaften und Sinngehalte eingelagert, die den Jahreslauf mit seinen Festen und Bräuchen letztlich zum wichtigsten Erinnerungsmedium und Gedächtnisspeicher unserer abendländischen Kultur machen.
Werner Mezger, bekannt durch zahlreiche Buchveröffentlichungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen, ist Professor für Europäische Ethnologie an der Universität Freiburg und Direktor des Freiburger Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde.
Autor: bz


