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10. Juli 2012 11:04 Uhr
Der Grünen-Landtagsabgeordnete im Glottertal
Jehle und Pix hoffen auf gegenseitiges Verständnis
Verkehr, Tourismus und der Kampf gegen den demografischen Wandel – mit diesen Themen konfrontierte jüngst Bürgermeister Jehle (CDU) den Grünen-Abgeordneten Reinhold Pix bei dessen erstem Besuch im Glottertal.
GLOTTERTAL. Verkehr, Tourismus und der Kampf gegen den demografischen Wandel – mit diesen Themen konfrontierte jüngst Bürgermeister Jehle (CDU) für die Gemeinde Glottertal den Grünen-Abgeordneten Reinhold Pix bei dessen erstem Besuch seit Regierungswechsel im Rathaus in Glottertal. Die Gemeinde brachte ihr Anliegenvor, während Pix aber auch die Schwierigkeiten bezüglich Finanzierungsmöglichkeiten durch das Land zur Sprache brachte und um Verständnis bat.
Eines der Hauptthemen der Begegnung war die verkehrsbedingten Auswirkungen der B31 in Freiburg auf das Glottertal. Der 12-köpfige Gemeinderat befürchtet, dass während der Bauzeit des Stadttunnels, der gesamte Verkehr – Lastwagen miteingeschlossen – ins Glottertal ausweichen werde. Die Landstraßen im Ort seien dafür nicht geschaffen. Der Vorschlag der Gemeinde: Ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen.
Seinerseits vermutet Pix, dass das derzeitig vorherrschende Tempo 40 im Ortskern für den Ausweichverkehr nicht sehr attraktiv sein dürfte. Er bittet aber bezüglich des Durchfahrtsverbots um Zeit, da Anträge erst beim Regierungspräsidium durchgehen müssen: "Wir arbeiten dran."
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Der Gemeinderat befürchtet während der Bauzeit des Stadttunnels einen Durchgangsverkehr, der dem Ort als Erholungsort erheblich schaden würde. Für Pix war die Problematik des Ausweichverkehrs im Moment aber nicht aktuell. "In 20 Jahren können wir darüber nochmal sprechen." Zudem gebe es konkurrierende Projekte im Land, erklärte Pix. Er betonte jedoch, dass "mir eine Politik der leeren Versprechen nicht im Sinn steht". Die zeitlichen Aufschübe sind im Mangel an finanziellen Landesmitteln begründet. Pix sieht aber die fatalen Folgen für das Glottertal, die eine Sperrung der B31 in Freiburg zur Folge hätte und versprach sich dafür einzusetzen, dass künftig keine Lastwagen durch den sieben Kilometer langen Ort rauschen, an dessen Straße immerhin achtzehn Restaurants liegen.
Sobald die Umsetzung des Stadttunnels in absehbare Nähe rückt, müsse in allen Gemeinden, die eine Ersatzstrecke für den Verkehr durch den Schwarzwald bieten eine Lösung gefunden werden. Die Lösung solle dabei weder für Freiburg noch für das Glottertal nachteilig sein. "Eine Verschiebung des Problems nach dem Sankt-Florian-Prinzip soll nicht das Ziel sein", äußerte Pix. Der Gemeinderat zeigt sich damit generell einverstanden, betonte jedoch, dass schon jetzt Ausweichverkehr – bedingt durch Unfälle auf der Autobahn – im Glottertal zu verzeichnen sei. Pix rät der Gemeinde, über solche Ausnahmefälle, die vorkommen können, hinwegzusehen.
Nicht nur die Verkehrssituation, sondern auch der Tourismus im Glottertal war ein Anliegen der Gemeinde. Als wichtiges Standbein um das Glottertal für die Einwohner, aber auch für Besucher von außerhalb reizvoll zu gestalten, sei die Instandhaltung des Panorama-Freibades. Jehle betont die Einmaligkeit des Bades: "Wir haben keine Luftschlösser bei uns. Aber wir haben das Erlebnisfreibad. Der Gemeinderat steht einig zum Bad." Im Jahr 2014/15 ist ein weiterer Bauabschnitt geplant, für den die Gemeinde Geld benötigt: "Wir können das nicht allein stemmen", erklärte Jehle. Pix erkennt die Notwendigkeit finanzieller Mittel, zumal er Gesundheit und Sport im Adipositas-Zeitalter als notwendige Standbeine erachtet. Um den Tourismusstandort zu fördern, brauche man attraktive Projekte, stimmte Pix zu. In Bezug auf Unterstützung durch das Land räumte er ein: "Im Tourismustopf liegt Geld. Greifen Sie zu". Über konkrete Zahlen wurde noch nicht gesprochen.
Mittel fehlen auch für die Realisierung eines generationsübergreifendes Pflegehauses im Glottertal – ein Projekt des Arbeitskreises "Miteinander der Generationen". Bisher müssen pflegebedürftige Bürger in Nachbargemeinden umsiedeln. Schön wäre doch, wenn sie dort alt werden könnten, wo sie auch aufgewachsen sind, so der Gemeinderat.
Man könne so dem demografischen Wandel entgegenwirken und Älteren eine vertraute und angenehme Atmosphäre in der Heimat bieten. Pix stimmte zu und erklärte, dass "Ältere nicht abgeschoben werden sollen". Jedoch sehe die Realität anders aus: "Das wünschenswerte Gesellschaftsmodell der Pflege zu Hause ist nicht tragbar. Man muss alternative Lösungen finden". Er verwies mit der Anmerkung, dass das Gesundheitssystem nicht sein Gebiet sei, auf die Abgeordnete Bärbl Mielich, die sich des Themas annehmen könnte.
So wie die Gemeinde und Bürgermeister Jehle auf Verständnis und finanzielle Unterstützung vom Land hoffen, so bat auch Pix um Nachsicht seitens der Bürger und Bürgervertreter. Alle Projekte brauchen ihre Zeit, bis sie bei der Landesregierung durchgesetzt werden können. Man müsse Prioritäten setzen. Auch die Gemeinde Glottertal solle sich im Klaren darüber sein, welches Projekt ihnen am meisten am Herzen liege. Denn es könne nicht alles gleichzeitig umgesetzt werden. Insgesamt werden die Verfahren länger dauern. Er hofft deshalb weiterhin bei der Gemeinde Glottertal "auf Verständnis, wenn nicht alles sofort passiert."
Autor: Jacqueline Grundig



