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26. Januar 2010

Keiner ist, was er eigentlich sein soll

Theatermütter Hochdorf begeistern mit "Ritter Trenk" die Kleinen und erstaunen die Großen

  1. Der kleine Ritter Trenk mit seinen beiden Schwestern Foto: Claudia Warth

GLOTTERTAL. In der gut besuchten Eichberghalle tummelten sich am Samstag Ritter, Burgfräulein, Drachen und Räuber. Bei der Aufführung des Stücks "Der kleine Ritter Trenk", frei nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Kirsten Boie, begeisterten die "Hochdorfer Theater-Mütter" kleine und große Zuschauer.

Die Geschichte ist einfach und doch kompliziert. Ein zukünftiger Ritter, der kein Ritter sein möchte, ein Bauernjunge, der gerne ein edler Ritter wäre, ein bisschen Glück, ein paar Verwechslungen, ein bisschen Zufall und natürlich ein Kampf um Ehre, für Freundschaft und Mut sowie ein gutes Ende. Trenk Tausendschlag, der kleine Bauersjunge, der auch im ärgsten Tumult sein Ferkelchen unterm Arm hält, ist mutig. Er setzt sich ein gegen Ungerechtigkeiten und hat ein klares Ziel. Ritter will er werden und in die Stadt gehen, denn "Stadtluft macht frei". Auf dem Weg dorthin lernt er einen Gauklerjungen in Mädchenkleidern kennen, der Trenk mit etwas Gaukelei und Schummelei Zugang zur Stadt verschafft.

Dort trifft Trenk mit seinem neuen Freund auf einen adligen Jungen, der "nein, nein, nein" gar kein Ritter werden möchte. Und mit Glück und dem Stolz des adligen Vaters wird aus dem Bauernjungen ein kleiner Ritter. Auf der Burg von Hans von Hohenlob angelangt, geht das Verwechslungsspiel weiter, denn auch Thekla, Tochter des alternden Ritters will nicht die sein, die sie sein soll. Sie mag nicht sticken und Suppe kochen. Ein Überfall bayrischer Räuber bringt die Wende. Trenk kehrt als Sieger heim, Theklas Vater ist begeistert. Und ohne zu verraten, dass es mehr dem Glück und Theklas Mut zu verdanken war, dass die Räuber niedergestreckt werden konnten, steigt Trenk in der Gunst von Hans, dem Kölsch nuschelnden Edelmann.

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Bei der Gerichtssitzung werden die reuigen Räuber auch noch frei gesprochen, und alle erhalten fortan eine sinnvolle Tätigkeit. Auch beim Kampf gegen den schuppengeschmückten Werthold von Wüterich mit Berliner Akzent stehen die neuen Freunde zusammen: Gaukler und Räuber tun sich zusammen, und so gelingt auch prompt der Sieg gegen den schwarzen Ritter. Der indes sieht seine Niederlage nicht ein, zumal er nicht glauben kann, dass der eigentlich so feige Hans von Hohenlob ihn besiegt haben soll. Und so spricht der schlichtende Fürst: Bei der neuerlichen Kraftprobe soll nun der böse Drache besiegt werden. Der Sieger darf sich etwas wünschen. Gesagt, getan. Ritter Trenk und Thekla ziehen in den Wald, finden den Drachen, der gar nicht so böse ist und bringen als Erfolgsbeweis die ohnehin ausgefallenen Milchzähne der Drachenkinder mit. Damit erfüllt sich nun auch Trenks Herzenswunsch: alle Untertanen sollen frei kommen. Und wie es sich für ein richtiges Abenteuer gehört, heißt es nach viel Tumult, vielen Verwechslungen und Rollenwechseln am Schluss Ende gut, alles gut.

Mit viel Witz und Liebe zu Bühnenbild wie Kostümen, dazu mit Wortwitzen, die aufmerksamen Eltern bei all der Dynamik auf der Bühne nicht entgingen, boten die Mütter, Väter und Kinder der Laiengruppe Theatermütter Hochdorf ein unterhaltsames Süiel, das bei manchen Kindern noch für Fragen sorgen dürfte. Bewirtung und Organisation übernahmen die Eltern des Kindergartens Zum Schutzengel.

Autor: Claudia Warth