Mehr Kinder in der Betreuung

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Mi, 01. August 2018

Glottertal

Gemeinde Glottertal zeigt in Ratssitzung den Bedarf an Kitaplätzen.

GLOTTERTAL. Auf dem Papier hat die Gemeinde noch Luft, wenn es um eine ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen für Krippen- und Kindergartenkinder geht. Theoretisch gibt es 31 Kindergartenplätze zu viel und die 36 Plätze, die für Kinder unter drei Jahren angeboten werden, entsprechen genau dem rechnerischen Bedarf. "Doch das Leben sieht anders aus", erklärte Hauptamtsleiter Konrad Hilzinger in der jüngsten Gemeinderatsitzung.

Für Hilzinger steht fest: Der Faktor zur Errechnung des theoretischen Bedarfs, der bei 3,25 Plätze auf vier Kinder festgelegt ist, stimmt nicht mehr mit der Wirklichkeit überein. Es sei auch vom Träger der Jugendhilfe, dem Kreisjugendamt, angedeutet worden, dass der Berechnungsschlüssel verändert werde. Statt bisher von 3,25 werde demnächst von 3,5, eventuell sogar von 3,75 Plätzen je vier Kinder als passender Ansatz ausgegangen. Mit 130 Plätzen bei 122 Kindern zwischen drei und unter sieben Jahren, die zum Jahreswechsel 2017/18 gezählt worden waren, sieht die Versorgung immer noch Luft vor. Mit 127 belegten Plätzen kann jedoch fast von Vollbelegung gesprochen werden. Auch sei die reine Zahl an Plätzen nicht das einzige Kriterium. Letztlich gehe es auch um das qualitative Angebot. Da die Ganztagesplätze im katholischen Kindergarten weitestgehend belegt sind, soll das Ganztagesangebot ausgeweitet werden. Beim Krippenbereich ist die Entscheidung zum Ausbau des Angebots bereits gefallen.

Die Baugenehmigung für die Einrichtung einer dritten Kleinkindgruppe in den Räumen der Schurhammerschule ist erteilt, in der Sitzung wurden Aufträge für neun Gewerke im Gesamtvolumen von 144 916 Euro vergeben. Den Zuschlag erhielten dabei überwiegend Firmen aus dem Ort und Nachbargemeinden.

Damit erweitert sich das Angebot ab 2019 von 36 auf 46 Plätze. Für Hilzinger ein wichtiger Schritt, denn die Zahlen lassen einen Trend erkennen. 2015 waren noch 93 Glottertäler jünger als drei Jahre, 2016 waren es schon 106 und 2017 bereits 113. Bei der Prognose der Bevölkerungsentwicklung weist er darauf hin, dass das Baugebiet "Heldhansenhof" weitestgehend bebaut sei, die Erschließung des Baugebiets "Rotburenhof Süd" demnächst beginne und Anfang 2019 dort mit ersten Bautätigkeiten gerechnet werde.

Unerfreulich sei, so Hilzinger, dass der Betrag, mit dem das Land die Kinderbetreuung bezuschusse, je Kind zurückgehe. So habe die Gemeinde mit 431 546 Euro zwar mehr höhere Zuweisungen bekommen, als im Haushalt vorgesehen war. Bei gleichbleibender Förderung hätte dieser Zuschuss aber 443 000 Euro betragen müssen. "Bei uns selbst sind die Ausgaben für die Kinderbetreuung mittlerweile der größte Posten der Ausgaben im Verwaltungshaushalt", betonte Gemeinderat Berthold Hoch, wobei er die Ausgabe keineswegs in Frage stellen wolle. Die Ausgabenposition werde durch die weitere Kleinkindergruppe noch steigen.

Zweite Gruppe für Sprachförderung kommt

Kosten reduzieren kann die Gemeinde bei der von ihr bisher voll geförderten Sprachförderung im katholischen Kindergarten "Zum Schutzengel". In zwei Gruppen wurde die Sprachförderung mit jeweils 2200 Euro gefördert. Durch die Einbindung der Musikschule kann wird nun eine weitere Gruppe möglich; die Kosten für zwei Gruppen werden dank der Kooperation durch das Land gefördert, so dass die Gemeinde nur noch 2200 Euro zuschießen muss. "Ein wichtiges Angebot, nicht nur im Blick auf Kinder mit Migrationshintergrund", so Bürgermeister Karl Josef Herbstritt. Auch bei einheimischen Familien gebe es Bedarf, die Sprachfähigkeiten der Kinder zu fördern.