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18. Februar 2010
Närrisch, aber nie verrückt
POLIZEIPOSTEN zieht eine positive Bilanz der Fasnacht: "Dies war ein unauffälliges Jahr".
GUNDELFINGEN. Was wäre eine Fasnacht ohne ihre ungezählten, namenlosen Helfer, die im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf sorgen! Zum Ende der närrischen Tage ziehen die Einsatzkräfte eine durchweg positive Bilanz: Es gab keine besonderen Vorkommnisse, keine ausufernden Gelage. Dafür sorgten auch jede Menge freiwillige Helfer und professionell agierende Sicherheitsdienste.
Bei insgesamt elf Veranstaltungen war der Polizeiposten Gundelfingen im Einsatz. Sowohl im Glottertal als auch in Gundelfingen, Wildtal und in diesem Jahr auch in der Freiburger Innenstadt sorgten die Helfer (noch) in Grün für Ordnung. Neben Verkehrsregelung und Begleitung der Umzüge war der Polizeiposten auch bei Abendveranstaltungen präsent. Außer drei kleineren Körperverletzungen gab es aber keine besonderen Vorkommnisse zu berichten. "Das war ein unauffälliges Jahr", sagt Postenleiter Michael Nowak. Die Polizei sei mit dem Verlauf der Veranstaltungen sehr zufrieden, nicht zuletzt dank der eingesetzten Ordner und Sicherheitskräfte bei den Abendveranstaltungen. "Da ist nichts ausgeufert."Werbung
Von einem ruhigen Jahr berichten auch die Feuerwehren aus Gundelfingen-Wildtal und dem Glottertal. Im Glottertal nahmen 20 Freiwillige an den beiden Umzügen teil und sperrten die Straßen ab. Schnell kamen da 140 Stunden zusammen, plus dem Einsatz der Jugendfeuerwehr. Auch wenn beim Ausrücken der Fahrzeuge manch ein Passant von einem größeren Einsatz ausging – die Fahrzeuge dienten keinem gefährlichen Brandherd, sondern "nur" der Beförderung der Einsatzkräfte. Neben der Sperrung der Haupt- und Seitenstraßen waren keine größeren Aufgaben zu bewältigen, resümiert Martina Ruf von der Freiwilligen Feuerwehr Glottertal. Nachdem die Absperrschilder angebracht und die Straßensperren aufgestellt waren, konnten die meisten Freiwilligen dem bunten Treiben entspannt zuschauen. Die Autofahrer zeigten durchweg Verständnis und warteten geduldig das Ende des Umzugs ab. Nur die Wehrleute an der Abzweigung nach St. Peter bekamen davon wenig mit; bereits hier oben wurden die Autos auf andere Strecken umgeleitet.
Auch der stellvertretende Kommandant der Gundelfinger Wehr, Stefan Kappler, weiß von keinem ungewöhnlichen Ereignis zu berichten. 18 Freiwillige sorgten dafür, dass der Narrenbaum, den der Bauhof zuvor fachmännisch angeliefert hatte, die ganze Fasnachtszeit hindurch auf dem Sonneplatz sicher stand und weder wilde Hexen noch andere Narren ihn ins Wanken brachten. So thronte Ignaz der Fasnächtliche tapfer an des Baumes Spitze und trotzte Schnee und Tauwetter. Auch bei der Verbrennung der Fasnet am Dienstag zeigte die Wehr wieder Einsatz, "denn wir sind da, wo Feuer ist", so Kappler.
Bei den Einsätzen des Deutschen Roten Kreuzes kamen allein beim Großen Umzug 95 Helferstunden zusammen. Dabei waren 31 Helfer in mehreren Schichten unterwegs, zu Fuß, in der Einsatzleitung, mit dem Rettungsfahrzeug und bei der Sanitätswachsstelle. Bei den Zunftabenden kamen nochmals 27 Stunden zusammen. "Erfreulicherweise gab es weniger Fälle mit Alkohol als in den vergangenen Jahren", so Brigitte Breisacher, Bereitschaftsleiterin der Ortsgruppe. Beim Umzug wurden drei alkoholisierte Jugendliche versorgt. Hinzu kamen Brandverletzungen, Schnittwunden, Prellung nach einem Sturz und Kreislaufbeschwerden, "aber alles im üblichen Rahmen". Bei den Zunftabenden waren Herzattacken und Kreislaufbeschwerden zu betreuen. Insgesamt gab es aber weniger und vor allem weniger schlimme Notfälle als früher.
Alle genannten Helfer bekommen keinen Lohn, die Veranstalter beteiligen sich aber an den Materialkosten (Verbände, Kühlpacks, Funk, Uniform) mit einer Stundenpauschale von fünf Euro. Nach einer insgesamt ruhigen Fasnet – was den Einsatz der Rettungskräfte anbelangt – können die Narren und ihre Helfer Häs und Uniform wieder in den Schrank räumen. Die einen bis zum nächsten Jahr, die anderen bis zu ihrem nächsten Einsatz.
Autor: Claudia Warth
