"Sei schlau, geh auf den Bau"

Enya Steinbrecher

Von Enya Steinbrecher

Mo, 06. November 2017

Glottertal

Manuel Rombach aus Glottertal schließt seine Ausbildung zum Maurer sehr erfolgreich ab und wird deshalb ausgezeichnet.

GLOTTERTAL. Eine Handwerkerausbildung sollte es sein, da war sich Manuel Rombach nach dem Hauptschulabschluss sicher. Nun wurde der 21-jährige Glottertäler am 20. Oktober als einer von 47 Nachwuchshandwerkern von der Handwerkskammer Freiburg als bester Maurer ausgezeichnet. Er machte seine Ausbildung in Waldkirch bei der Firma Karl Burger. Zum Maurerhandwerk kam er über Umwege: Nach dem Schulabschluss machte er erst eine Schreinerausbildung. Anschließend ging er direkt in die Ausbildung zum Maurergesellen über.

"Ich arbeite gern an der frischen Luft", sagt der 21-Jährige. Er hatte seinem Onkel beim Bau zu Hause geholfen und schnell festgestellt, dass er als Maurer seine Zukunft sah. Die Arbeit machte ihm Spaß und körperliche Betätigung gefiel ihm. Auch sein Umfeld hat ihn beeinflusst: Viele seiner Freunde sind ebenfalls als Maurer tätig.

Was er an den handwerklichen Berufen besonders mag, fällt ihm leicht, zu sagen. "Man sieht, was man macht", erklärt Rombach. So könne man zum Beispiel sofort Ergebnisse seiner Arbeit sehen und nehme mit dem Wissen, das man sich angeeignet hat, seine Umgebung ganz anders wahr. Und noch etwas gefällt ihm: "Man kann sein, wie man ist und wird akzeptiert." Die entspannte Atmosphäre, die unter den Kollegen herrscht, weiß Rombach sehr zu schätzen. Abends nach der Arbeit sei er zudem ausgeglichen und müde. Während andere nach der Arbeit noch Sport treiben müssten, sei er fit durch die körperliche Arbeit. "Ich schlafe dadurch auch sehr gut", vermutet der Maurergeselle und lacht.

Dass der Beruf dem Glottertäler viel Spaß macht, merkt man ihm nicht nur an – er spricht es auch offen aus: "Ich fühle mich gut, wenn ich abends nach Hause komme."

"Die Arbeit in der

Gemeinschaft

ist sehr wichtig."

Manuel Rombach
Er erinnert sich gern an sein erstes Lehrjahr: Besonders in den ersten Monaten werden den angehenden Maurern auch vielseitige Grundlagen aus anderen Berufen beigebracht. "Das Grundwissen ist sehr umfangreich. Man muss verstehen, welche Konsequenzen es für die Kollegen hat, wenn man seinen Job nicht gut macht."

Dieses Grundwissen ist nicht nur bei der Arbeit nützlich: Auch zu Hause lässt es sich einsetzen. "Man spart viel Geld, wenn man die anfallenden Arbeiten zu Hause selbst macht", meint Rombach. Die Ehrung der Handwerkskammer am vergangenen Freitag gibt seiner dreijährigen Ausbildung nun den perfekten Abschluss. Was die Zukunft ihm bringt, ist noch ungewiss – eines Tages möchte er vielleicht den Meister dranhängen. In der Selbstständigkeit sieht er sich erst einmal nicht. Vorerst hat er in seinem Lehrbetrieb einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten, sodass er übergangslos nach der Ausbildung dort weitermachen kann. In den nächsten Jahren hofft Rombach sein Wissen weiter ausbauen zu können, denn: "Man lernt nie aus." So meint er auch, dass sich auf jeder Baustelle etwas Interessantes finden lässt: "Man steht vor neuen Herausforderungen und die Arbeit in der Gemeinschaft ist sehr wichtig." Man müsse jeden Tag neue Aufgaben bewältigen – und sei dabei nie allein. Teamarbeit wird im Handwerk groß geschrieben. Was er der nächsten Generation Handwerkern mit auf den Weg geben möchte? "Sei schlau, geh auf den Bau!", sagt Manuel Rombach grinsend.